Site Meter Auf dem Weg zum Ironman Austria 2006: Alleinabendmurlauf mit Sysiphos & Gewahrwerden der Herausforderung

Thursday, October 20, 2005

Alleinabendmurlauf mit Sysiphos & Gewahrwerden der Herausforderung

Heute abend bei einem Alleinlauf entlang der Murabstrecke, zum Teil in völliger Finsternis, wird mir die Dimension der Herausforderung ironman gewahr. Plage mich heute doch ein wenig sehr bei 8 km in 56 min und muss daran denken wie viel mehr ich mich nach 12 oder 13 Stunden am 16. Juli 2006 mühen werde. Allerdings das Ziel wird dann nur mehr 2 -3 Stunden entfernt sein und dies wird mich beflügeln. Zumindest bildlich gesprochen. Für den unvoreingenommenen Beobachter könnte ich eher ein trauriger Anblick werden. Aber die letzten Stunden des ironman sind nicht die Herausforderung, in meinen Augen jedenfalls; die challenge ist das Durchziehen des Trainingsprogrammes. Ab Mitte Februar 2006 bekomme ich von meiner ironman-Mentorin ein Trainingskorsett verpaßt und da durch zu tauchen wird für mich die tägliche Bedrohung sein. Andererseits, die konsequente Abarbeitung von Programmen kann auch der Quell großer Befriedigung sein. Der Sysiphos von Camus ist der glücklichste Mensch, weil er beim Hinabrollen des Steines fröhlich lächelnd den Berg hinuntertrabt und die Götter dabei stillheimlich verhöhnt. Camus, der Philosph des Absurden, hat beim Schreiben seines Essays wahrscheinlich nicht an die ironmen & ironwomen des 21. Jahrhunderts gedacht. Ich aber denke an Ihn und seinen Sysiphos; der Bursche wird mir viel Freude bereiten zumindest beim immer wiederkehrenden Herunterrollen des Ruperti. Ob Sysiphos auch Endorphin-Ausschüttungen durchlebte ist nicht bekannt und Camus hält sich darüber bedeckt. Trotz meiner heute etwas tristen Gedanken strömen meine Endorphine jedenfalls verläßlich und das ist gut so

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