Finales spätherbstliches Radtraining & steirische Sysiphos-Schaukel
Heute ist Feiertag und das Wetter ist schön. Der seit Wochen geplante Bike-Ausklang läßt sich nicht mehr verhindern. Nach einem Zeitungsfrühstück in meinem beliebten Altherren-Kaffeehaus, überwiegend bevölkert von Herren mit den Mienen und dem Gehabe pensionierter Professoren, schlüpfe ich in mein Raddress, sicherheitshalber mit zusätzlichem langärmeligen Shirt, und ab in den Süden gegen Wildon. Ich freue mich, das biken macht Spass, trotz einer mehrwöchigen Radkarenz spüre ich eine Verbundenheit mit dem Gefährt. Und meine Gedanken strömen, dies und das, berufliches und privates, as usual ein komplettes Chaos und mein Fahrtempo bleibt schön konstant um die 30km/h. Das mittelsteirische Fehlen von Bergen macht mir zu schaffen; mir fehlen meine Kärntner Berge. Wie immer ich meinen Kopf im geliebten Villach drehe, sehe ich einen meiner Berge und die Errinnerungen an, doch nicht so wenige, Ausflüge auf den Dobratsch, die Gerlitze und den Mittagkogel werden wach. Und weiter hinten blitzen dann die Julier hervor. Aber hier – nur Ebene und namenlose Hügel – und auf einmal bin ich in Wildon und ich weiss nicht so recht – soll ich auf diesen Hügel Richtung Hengsberg hinauffahren oder nicht – und auf einmal sehe ich klar – das wird meine Sysiphos-Schaukel – der Anstieg nicht sehr steil aber doch ca 1 km lang und dann geht ungefähr 1 km runter und ich kann ja gleich wieder umdrehen und…Ich bin zufrieden und froh und mache mich alsbald an den Anstieg, plage mich mäßig und dann geht’s runter, zum Schluß mit 55km/h, und dann drehe ich einfach um und es geht wieder rauf und dann wieder runter. Für heute reicht es aber; für weitere Trainingseinheiten, kann ich das ganze mehrmals wiederholen und so den Ruperti auf meiner steirischen Hausstrecke simulieren. Nach 1h 54min und 53 km bin ich dann wieder zu Hause; mit einem 28km Stundenschnitt. Für einen regelmäßigen Altherren-Kaffeehaus-Besucher nicht so schlecht denke ich mir. Ob es aber für einen ironman reicht; wir werden sehen – vedremo – das ganze spielt sich ja, angeblich, nur im Kopf ab. Sicherheitshalber trainiere ich aber weiter:-)


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