Kilometrierte 15 km Alleinlauf an der Mur
Nach Bruderhochzeit in der Wachau und nach einem Wochenend-Nachtdienst bin ich heute gegen halb fünf am Nachmittag, nach 3 Tagen Laufkarenz, wieder ins Lauf-Outfit geschlüpft und auf meine Mur-Heimstrecke hinaus. Die lange Pause hat mich leichtfüßig gemacht und ich bin von Beginn zügig gelaufen. Nach ungefähr 1.5 km beginnt die kilometrierte Strecke und die Halbkilometer-Durchgangszeiten sind immer unter 3 min und schön langsam entwickelt sich mein Ehrgeiz die geplanten 15 km unter 90 min zu absolvieren. Das Spätnachmittag-Wetter ist perfekt für dieses Unterfangen und in meiner Eigenwahrnehmung absolviere ich ein „schönes“ und zügiges Trainingstempo. Ich fühle mich wie ein „echter“ Marathonsportler und Spitzen-Triathlon, der mit 3:30 pro km eine mäßig intensive Einheit durchzieht. Für den unbeteiligten Beobachter hingegen läuft ein älterer Läufer keuchend über seinem Tempo und es wird wohl eher Mitleid als Bewunderung aufblitzen. Mit solchen Kleinigkeiten kann sich aber ein ironman in spe nicht aufhalten und deshalb bleibe ich auch konsequent unter dem angepeilten Schnitt. Bei diesem Trainingstempo kommt bei mir jedoch das freie und unkontrollierte Nachdenken leider zu kurz; zu viel bin ich mit Wahrnehmungen im Zusammenhang mit dem Laufen beschäftigt. Irgendwann bei km 10 beschließe ich bei km 14 mit dem Auslaufen zu beginnen und trotzt eines langsamen Schlußkilometers komme ich zufrieden und erfreut mit einer Zeit unter 89 min nach Hause. Jetzt, kurz nach Mitternacht, schmerzen die Oberschenkel und ich schließe auf einen „guten“ Trainingsreiz. Die Schmerzen in den Knien hingegen bestätigen, dass die Entscheidung von Marathon auf ironman umzusatteln eine richtige war. Übrigens, die Hochzeitsgespräche mit einem Schriftsteller über die „Grammatik des Scheiterns“ – ein vielversprechender Buch-Arbeitstitel – lassen mich an die eigenen Erfahrungen der vergangenen Jahre denken. Ein etwaiger Zusammenhang mit dem ironman austria am 16. Juli 2005 existiert für mich nicht. Ich werde einfach finishen und in Celovec jubeln.


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