Site Meter Auf dem Weg zum Ironman Austria 2006: November 2005

Saturday, November 19, 2005

Der Alltag beim Swim-Training im Bad zur Sonne

Zu erst das Positive – das Bad zur Sonne ist 20 Gehsekunden (!) von meiner Wohnung entfernt. Wollte mich schon bei der Geschäftsführung für dieses Entgegenkommen bedanken. Der Preis mit 3 Euro ist auch noch annehmbar – bei 50 Schillingen würden wir zwar Schreikrämpfe bekommen, aber man/frau gewöhnt sich eben an alles. Gibt es auch Negatives? Natürlich, denn sonst wäre es ja zu schön. Das Wasser ist für einen Sportschwimmer (ich weiss ein großes Wort) möglicherweise eine Spur zu warm. Und das Bad ist einfach zu „beschwommen“ oder zu „beplantscht“. Ich ziehe meine Runden zwar, trotz allem, in regelmäßigen Kreisen, klingt viel besser als Längen, und lasse mich durch ein paar Querschwimmer nicht aus dem Rhythmus bringen. Manchmal kommt es aber schon zu Schwimm-Auffahr-Unfällen oder Aufschwimm-Zusammenstössen, die aufgrund des letztlich reduzierten Schwimmtempos völlig ungefährlich sind und „nur“ den liebgewonnen Schwimmrhythmus durchbrechen. Seit gestern schwimme ich auch mit Uhr – also um mit ein paar Zahlenspielen zu beginnen – 200 m in 4min50sec – das scheint mein Tempo zu sein. Auch bei mehrfacher Wiederholung – ich habe ja einen Schwimmmeister mit unerbittlichen Vorgaben wie zum Beispiel 5 x 200 m – ändert sich an dieser Zeit nichts wesentliches. Dieses Tempo ist offensichtlich meines und nach Adam Riese, einem bekannten Deutschen Mathematiker des, sagen wir einmal, 19. Jahrhunderts, macht das eine Triathlon-Swim-Zeit von 1h und 35 min aus. Aber bis dahin sind doch noch einige Kreise im Bad zu Sonne zu ziehen. Gestern waren es 80 also entsprechend 2000 m.

Wednesday, November 16, 2005

Trainingsumstellung im November

Der November ist ins Land gezogen und zeigt sich mit Kälte, Nässe, Nebel und früher Dunkelheit. Und es ist Zeit das Trainingsprogramm umzustellen. Das Schwimmtraining wartet und mein Rad ist auf der neuen e-bay ersteigerten Rolle montiert und möchte getreten werden. Die Trainings-DVDs (Aktion- und Universum-Filme) liegen bereit -- was fehlt eigentlich ausser der Trainingslust? Ganz so "unlustig" war ich dann doch nicht, eher schreibfaul oder "blogfaul" um es auf den Punkt zu bringen. War in diesen Tagen 3x an der Mur -- 6, 8 und 10 km -- und zweimal im Wasser. Mein Schwimmcoach hat mir einen Trainingsplan erstellt mit detaillierter Darstellung der Trainingseinheiten; auf deren Darstellung verzichte ich einstweilen. Nur soviel, jede Einheit sind 2000 m swim -- eigentlich nicht die Welt, aber 80 Längen im bevölkerten Warmwasser des "Bad zur Sonne" nerven auch den noch so fanatischen ironman-Aspiranten. Gestern abend gab es dann Wohnzimmer-Radrollen-Trainingspremiere -- ich liebe die zusammengesetzten Hauptwörter unserer Sprache -- und es hat mir sehr sehr gut gefallen. Nüchtern betrachtet ist es fast ein wenig lächerlich -- ein erwachsener Mann fährt um 9 Uhr abends in seinem Wohnzimmer im Raddress mit Radsportschuhen auf der Rolle und sieht sich bei dieser Tätigkeit einen Action-Film an. Aber wie geschrieben -- es hat mir Spass gemacht und nach 50 min mit einem Dauerpuls von 116 bin ich dann verschwitzt vom Rad gestiegen. Auf ein neues Wohnzimmer-Radtraining:-)

Tuesday, November 08, 2005

Morgenlauf in Grado & Abend-Swim in Recco

Bin auf Italien-Tournee. Nach spätnachmittägiger Autofahrt sind wir am Donnerstagabend in Grado angekommen. Für Freitagfrüh gibt es dann keine andere Alternative als einen brüderlichen Lauf entlang der Adria. Mit der üblichen Morgenunlust treffen wir uns – eigentlich nicht sehr früh – um 7:15 und laufen, oder besser traben, dann dem Strande entlang in die Gradeser Pineta. Den ersten Teil auf der Laufstrecke des Grado Triathlon und sogleich werden Erinnerungen wach an den abschließenden 10 km Lauf und wie ich diesen mit Hilfe spezieller Betreuung & ausgeklügelter Lauf-Mantras überstanden habe. Die Laufzeit vergeht im Nu – auch wegen unserer Gespräche, in die wir uns vertiefen – und für das Laufbuch sind es dann eben 8 km in 55 min mit einer Durchschnittsfrequenz von 116 Herzschlägen. Nach einem kurzen, intensiven beruflichen Intermezzo und anschließendem Salat-Mittagessen geht es dann mit dem Auto nach Genua. In der Nähe an der Küste gibt es einen kleinen Ort namens Recco und dort sind traditionell die besten Wasserballer Italiens zu Hause. Es gibt also eine Schwimmhalle – ein wenig sehr desolat – mit einer Länge von 33 Metern und abgesteckten Bahnen und ins Wasser reinragenden Wasserballtoren. Anstelle des Abendessens geht es dann mit meinem Schwimmtrainer aus Recco – gleichzeitig auch mein „Autoprovider“ – ins Wasser zum lockeren Auschwimmen wie es so schön heißt. Ich bin seit dem Grado Triathlon (1500 Meter in 37 min) nicht mehr geschwommen und freue mich schon auf das Nass trotz meiner Angst vor der Kälte. Letztlich macht es dann aber großen Spass nach Wochen wieder einmal zu Schwimmen und ich spüre keine Kälte – 1200 Meter in etwas weniger als 45 min – mein Schwimm-Mentor spult in der gleichen Zeit, neben mir schwimmend, 2000 Meter runter. Die Schwimmwelt ist also noch in Ordnung und die Schwimmhalle in Recco hat ihre Schuldigkeit getan.

Tuesday, November 01, 2005

Und die Endorphine fliessen wieder

Auch heute geht’s wieder spätnachmittaglich oder besser frühabendlich an die Mur und diesmal mit einer seelenverwandten Skaterin in leuchtendem Rot. Die rote Farbe – übrigens seit jeher meine Lieblingsfarbe – stellt einen wunderschönen Kontrapunkt zum tagesbeherrschenden Grau dar und läßt die traditionelle Allerheiligen-Tristesse nicht aufkommen. Um mit meiner geübten Skaterin mitzuhalten kann ich heute auch nicht regenerativ laufen und bin über einige Kilometer mit einem guten 6er Schnitt unterwegs. Nüchtern für das Trainingsbuch: 10 km in 66 min mit einer Durchschnittsfrequenz von 139 – tja, nun wird wieder mit Brustgurt trainiert! Heute habe ich übrigens eine ungeschliffene Rohfassung meines ironman-Trainingsprogrammes erhalten; von einer erfolgreichen iron-woman aus dem geliebten Kärnten. Da kann das Programm ja nur gut sein. Den Plan werde ich irgendwann in einer eiskalten Winternacht für meine Bedürfnisse adaptieren und mit meinen diversen Aktivitäten abgleichen. Aber nun zurück zur Mur – schön langsam gewöhne ich mich an sie und in der Dunkelheit gehen mir die fehlenden Berge entlang der Drau und der Gail auch nicht wirklich ab. Und nach der Dusche merke ich so richtig wie angenehm die Endorphine ihren Weg in meine Peripherie gefunden haben. To make a long story short – life is beautiful und ich geniesse es mit vollen Zügen:-)