Schneefall in Graz & Swim im Bad ohne Sonne
Der verlängerte Weihnachtsdienst mit zahllosen e-mails quer durch die Zeitzonen ist vorüber und eigentlich war heute ein 14 km Murlauf als letzte Vorbereitung für den Grazer Sylvesterlauf geplant. Heftiger vormittägiger Schneefall und wunderschöne winterliche Verhältnisse lassen Jugenderinnerungen aus den Tiefen aufsteigen und das Herz lachen. Unverständlich, dass es Menschen gibt, welche dichten Schneefall, kniehohen Schnee und die Kälte des Winters nicht lieben. Zugegeben, als nur Wohnungsmieter, Autoverweigerer und konvertierter Tramfahrer kann ich die städtische Winteridylle leicht mit vollen Zügen geniessen und meine nassen Socken ziehe ich einfach aus. Und um eine Murlauf-Rutschpartie zu vermeiden geht es am frühen Nachmittag ins Bad zur Sonne. Auch ohne Sonne spule ich dann mein heutiges Pensum runter – 400, 300, 200 und 100 und dann das ganz noch einmal – also insgesamt 2000 m in weniger als 50 min. Die Zeit wird brav gemessen; die Pausen nicht zu lange gehalten und schon ist das Swim-Training auch wieder vorbei. Im Unterschied zum Alleinlaufen fließen meine Gedanken beim Alleinschwimmen nicht; ich denke eigentlich immer nur an die Zahl der Länge, welche ich gerade durchschwimme und bin bestrebt mich nicht zu verzählen. Wäre ja zu tragisch wenn ich statt 300 m nur 250 m oder, noch schlimmer, 350 m schwimmen würde. Und deshalb wird stupide gezählt; wer weiß vielleicht sind das die berühmten Schwimm-Mantras, die mich beflügeln. Also, das Schwimmtraining habe ich absolviert, heute tun mir sogar meine Oberarme weh; die schwimmenden Reflexionen meiner Gedanken sind aber zwischen den Grazer Schneeflocken hängengeblieben und haben ihren Weg nicht ins Bad ohne Sonne gefunden. Erfreulicherweise fliesst aber die Mur noch immer und der nächste gedankenversunkene Murlauf wartet.


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