Site Meter Auf dem Weg zum Ironman Austria 2006: January 2006

Sunday, January 29, 2006

Trainingsalltag im Bad ohne Sonne & "Anti-Bojen-Schwimm-Mode"

Die Tage ziehen durch Jahr und schon beginnt ein eiskalter Jänner 2006 seine Abschiedstour. Wir, ausnahmsweise nicht im Pluralis majestatis formuliert, trainieren fleissig und unermüdlich im Bad ohne Sonne das Slalomschwimmen mit beweglichen Schwimmbojen. Und Bekleidungsfantasien kommen auf. Wie alpine Slalomläufer spezielle, modische Spezialbekleidungen im Kampf gegen die auf und nieder "peppelnden" Slalomstangen tragen könnten wir ja mit speziellen swim suits bewaffnet den Gang in die Fluten des Bad ohne Sonne wagen. Die beweglichen Schwimmbojen führen zu bestimmten, sich immer wiederholenden, "Aufschwimmverletzungen" und ich denke an Kopfschützer, Schulterverstärker und Oberschenkelpanzer, welche vor den besonders heimtückischen Stoßschlägen der scheinbar so harmlos herumschwimmenden Brustschwimmer schützen. Aber genug gejammert; wir gehen das Ganze eben, wie oben ausgeführt, proaktiv an und werden am Ende noch berühmt und reich mit der von uns kreiierten "Anti-Bojen-Schwimm-Mode". Zum sportlichen; Trainingsumfang und -intensität werden professionell variiert; gegenseitig schwimmen wir uns um die nassen Ohren und bei Nikolas entwickeln sich schon ganz langsam auch Schwimmhäute zwischen den Fingern; jugendliche Körper passen sich bekannterweise Trainingsreizen besser an. Also, insgesamt 3x swim im Bad ohne Sonne, 2200, 1500 und heute 1900 Meter. Und das Schwimmen macht Spass; ironman-Herz, was willst Du mehr.

Wednesday, January 18, 2006

Trainings-Schwimmwettkampf im Bad ohne Sonne

So wenig ich laufe und bike umso regelmäßiger zieht es mich ins Bad ohne Sonne. Und so war ich heute, heuer bereits zum fünften Male, erneut beim Schwimmtraining und auch diesmal gemeinsam mit einem hoffnungsvollen Nachwuchstalent, in der Fußballersprache würde man von einem ungeschliffenen Rohdiamanten sprechen, der mir nach einigen Trainingseinheiten schon frech um die nassen Ohren schwimmt. Am heutigen Programm stehen nach 100 m Einschwimmen 6x300 m Kraulslalom im lauwarmen und stark beschwommen Sonnenbad. Aber der 4. Wiederholung läßt mich mein Schwimmeleve im Wasser stehen und und daher ist ein swim-down, Neudeutsch für Trainings-Schwimmwettkampf, unausweichlich. Und mit heroischem Einsatz und unter zu Hilfenahme subversiver Schwimmtechniken wie ungelenken Doppelzügen kann ich den Ansturm des ungestümen Jungschwimmers gerade noch abfangen und schlage mit 6 min und 39 sec nach den letzten 300 m am Beckenrand an. Wahrlich ein Phyrrus-Sieg, den nun tun mir meine Oberarme sogar beim Blogschreiben weh. Jedenfalls und überhaupt, das Schwimmtraining macht Spass und irgendwann in den nächsten Wochen möchte ich im Training 3000 m Schwimmen; aber man/frau stelle sich das bitte bildlich vor: ein 51-jähriger & schwergewichtiger ironman-Träumer schwimmt im Bad zur Sonne 120 Längen; hoffentlich sieht niemand zu und lässt mich auf Zurechnungsfähigkeit überprüfen. Ich werde halt ganz einfach unscheinbar schwimmen und versuchen beim aus dem Wasser steigen nicht zu torkeln.

Tschechische Laufpremiere an der Mur

Es sind nun zwar schon 15 Tage ins neue Jahr gezogen und trotzdem sind die guten und großen Vorsätze zum Jahreswechsel noch nicht Geschichte. Um der großen Tradition der tschechischen Laufgeschichte genüge zu tun und um diese auch zu leben, ich erinnere kurz an Emil Zatopek, der seinerzeit auch mit unmöglichem Laufstil die nicht vorhandene afrikanische Konkurrenz in Grund und Boden gelaufen ist, hat meine rotgewandte Skatpartnerin die Skater aus- und die Laufschuhe angezogen. Und trotz Nebel, Kälte und unwirtlichen äußeren Bedingungen geht’s dann, ja richtig, an die Mur und nicht die Moldau und schön langsam traben wir 2.5 km dahin. Und nach 500 m Murspaziergang im Laufdress kommen wir wieder zur Sache und absolvieren nochmals 2.5 km. Meine Bordcomputer laufen und mein ironman-geschwängertes Großhirn rechnet; mit diesem Lauftempo, so zwischen 7.30 und 8 min pro km benötige ich für den ironman-Marathon um die 5 ½ Stunden und komme bei meinen, zumindest konstant angedachten, voraussichtlichen swim und bike Zeiten unter 15 h ins Ziel. Das Trainingslauftempo paßt also – nur der Trainingsumfang ist möglicherweise noch ein wenig unterdimensioniert. Aber das countdown für meinen offiziellen Trainingsbeginn nach patentiertem „groovy dog“, ironwomen-proved Trainingsplan hat schon begonnen und in weniger als 5 Wochen wird ernsthaft und „eisenhart“ trainiert. Und dann wird mir das Witzeln über ironman-„Pseudo“-Aktivitäten vergehen und Trainingsernst in die Murmetropole einkehren. Übrigens die weihnachtliche und Jahreswechsel-bedingte Festtagskost hat meinem Körper gutgetan. Ich trainiere wieder mit satten und wohlverdienten 106 kg.

In-joy, Lapdance & Spinbike-Wettkampf

Am Wochenende war ich wieder einmal auf Kurzbesuch bei Eltern und Sohn in Villach und was lag näher als am späten Samstagnachmittag die ehemalige Fitness-Fabrik, nun als Franchise-Nehmer cool In-joy heißend, aufzusuchen und ein lockeres Cardio-Training zu absolvieren. Bodybuilder und Sympathisanten verwenden diesen Ausdruck (oft auch nur kurz „Cardio“ gesprochen) für ein leichtes Ausdauer-Regenerationstraining, sei es nun Lauf am Band oder Steigen am Stepper oder Treten am Rad. Wie auch immer, wir haben uns professionell für ein 24-minütiges Radintervall-Training entschieden und sind wenig schwitzend, begleitet von Videoclips mit Lapdance-Musik – skandalöserweise ohne Lapdance – , die 24 Minuten, mehr oder weniger gelangweilt, durchgstrampelt. Am darauffolgenden 10-minütigen großen familiären Spinbike-Wettbewerb hat mir mein Sohn gezeigt, wo der „Bartl den Most“ holt und ist uns, der virtuellen Spin-gruppe und mir, einfach davon geradelt und als 16. ins Ziel gekommen, während ich mit meinem, offensichtlich noch nicht ironman-gestylten Luxuskörper, stolzer 999. wurde. Bei einer „dreiziffrigen“ Anzeigetafel möglicherweise nicht das beste aller Ergebnisse. Na ja, beim abschließenden 1o-minütigen Steppen und 12-minütigen Ausradeln war mein ödipaler Spin-Wettkampfpartner dann rechtschaffen ein wenig müde und zufrieden stolz. Insgesamt also 56 (in Worten sechundfünfzig) Minuten Cardio im In-joy in Villach; wenn das keine professionelle ironman Vorbereitung für Celovec 2006 ist. Auch die Pizza beim Sterba in Lind ob Velden hat gemundet, nochdazu so nahe an der ironman-bike Strecke. Auch dies ist ein gutes Omen.

Sunday, January 01, 2006

Sportlicher Jahresabschluß, "ironpferd" & ironman-Visionen

Auch der Dezember war trainingsmäßig ein perfekter Regenerationsmonat. Insgesamt 4xswim mit 7000 m, 3xrun mit 26km und 1xbike mit 60min -- es scheint, dass ich die hohe Kunst des Regenerieren zu perfektionieren gelernt habe. Um zumindest ein bike-Rollentraining im Dezember 05 zu absolvieren bin ich am vorletzten Tag des Jahres auf die Rolle gestiegen und habe mir Attila, den Hunnenkönig, gegeben. Keine Ahnung wieviele Stunden und km am Tag die Burschen auf ihren Pferden gesessen sind. Ein "ironpferd" wäre aber kein besonderer Auftrag für einen Hunnen gewesen; und swim und run wären eben durch Bogenschießen und .... ersetzt worden. Der geneigte Leser möge sich den hunnischen "ironman" selbst vorstellen. Nur soviel, 7-9 Stunden am Stück am Pferd wären sicher kein Auftrag für einen durchschnittlichen Steppennomaden gewesen. Nach 60 min habe ich jedenfalls Attila Attila sein lassen und bin in die Dusche. Am 31. Dezember dann zum sportlichen Jahresabschluß 3x um den Schloßberg gemeinsam mit meinem Lauffreund und beruflichen Widerspruchsgeist -- wir haben das Jahr in Form eines nicht strukturierten Laufwettkampf-Gespräches erfolgreich abgeschlossen und beschlossen uns keine Pläne für 2006 vorzunehmen. Und so sind wir "sylvestrisch" laufend in 64min und 30 sec ins Ziel gekommen. Als 270 und 271 von 280 StarterInnen; einfach beieindruckend für einen hoffnungfrohen ironman und einen ambitionierten Marathon-Eleven; ich jedenfalls bin beschwingt und ein wenig unterkühlt von dannen gezogen und habe ein heißes Jahresabschlußbad genossen. Und das countdown für den ironman austria am 16. Juli 2006 nimmt, gnadenlos und unerbittlich, konkrete Züge an. In diesem Sinne Prosit 2006.