Site Meter Auf dem Weg zum Ironman Austria 2006: February 2006

Monday, February 27, 2006

Ungeplante Pause nach erster Trainingswoche

Von Donnerstag bis Sonntag habe ich mein Laufpensum brav heruntergepult. 10, 12, 6, und 15 km im langsamen Dauerlauf, meist alleine bei nasskaltem Schlechtwetter an der Mur und am Sonntag gemeinsam mit einem ambitionierten Marathonanwärter im Lechwald. Fazit; die Oberschenkel schmerzen und brennen. Aber ich bin zufrieden, obwohl ich nicht alle Trainingsvorgaben Punkt um Punkt erfüllt habe. Dafür dope ich mich auch nur mit körpereigenen Endorphinen, welche erfreulicherweise trotz Schlechtwetter ungehindert fließen. Und immer mehr verdichtet sich der pure und reine olympische Gedanke in meiner Großhirnrinde. Teilnehmen um des Sportes willen; nicht um zu siegen. Auch wenn viele der TeilnehmerInnen des ironman austria 2006 diese so hehren olympischen Gedanken nicht unbedingt mit mir teilen, gewinnen werden auch Sie nicht. So wie ich werden Sie auf den Plätzen landen. Aber zurück zur Realität der zweiten Trainingswoche. Heute wurde mir von unserem Operateur, einem Kollegen aus der ironman-Hauptstadt Österreichs, ein Muttermal auf meiner Brust entfernt. Meine Brust zieren nun einige Narben und ziehende Schmerzen verspüre ich überdies. Also, heute und morgen wird nicht trainiert und am Mittwoch bin ich 12 Stunden im Flieger nach San Francisco. Der erste Trainingslauf dieser Woche kann daher frühestens am Donnerstag an der Pazifikküste erfolgen. Ich werde mit Blickrichtung Hawaii trainieren. Was gibt es Größeres für einen noch immer übergewichtigen ironman-Aspiranten:-)

Wednesday, February 22, 2006

Offizieller Trainingsstart im Bad ohne Sonne

Am Dienstag den 21. Februar 2006 um 20.15 war es nun endlich soweit. Mit 106.8 kg habe ich mich in das überfüllte Bad ohne Sonne fallen lassen und bin in 60 min und 41 sec 2500 m unterteilt in 5 Einheiten zu 500 m (mit ungefähr einer Minute Pause; diese wird aber nicht mitgestoppt) „runtergeschwommen“. Ab der 4. Einheit hat sich erfreulicherweise das Bad geleert und die letzten 500 m haben, trotz zunehmender Schmerzen in meinen schwächlichen Oberarmen, so richtig Spaß gemacht. Ich interpretiere dies als unwissenschaftlichen Hinweis für eine aquagene Endorphin-Auschüttung. Ein paar Worte zu meinem ironwoman-erprobten Trainingsplan, welcher meist für mich unerfüllbare 6 Trainingseinheiten pro Woche vorsieht. Ich komme mir vor wie ein Jongleur, wenn ich die Einheiten hin und her schiebe um zumindest 5 davon durchzuziehen. Heute bin zum Beispiel seit 6.30 im Zug nach Salzburg und komme erst um 21.25 nach Graz zurück – der 45 minütige A2 Lauf wird eben einfach „gespritzt“ und dafür geht’s dann morgen zu einem 75 minütigen A1 Lauf an die Mur. Bin schon echt neugierig wie es mir dann am Freitag geht, denn da stehen 90 min A1 Lauf und 60 min swim am Programm. Im ersten Monat scheint mir der Trainingsplan jedenfalls machbar zu sein; die anderen Trainingsmonate habe ich mir sicherheitshalber nicht einmal angschaut. Also, so weit so gut, das offizielle IM-Training für den ironman in Celovec hat begonnen. Und meine Oberarme schmerzen.

Monday, February 13, 2006

„iron-sci“ in den lappischen fells

Die Zeit bis zum offiziellen Trainingsbeginn am 20. Februar 2006 wird immer kürzer. Und die Tage des unverbindlichen Genuß-Trainings gehen dem Ende zu. Eigentlich hatte ich vor diese Woche überhaupt nicht zu trainieren und mich im „dolce far niente“ zu üben. Aber was macht ein ironman-Aspirant nördlich des Polarkreises mit unnötiger Freizeit. Gut in Thermokleidung eingepackt mit älteren Damen Renntierschlitten fahren, im Rudel mit pseudo-sportlichen Dermatologen Motorschischlitten fahren und lärmend die Umwelt verschmutzen oder sich von kleinen weißen Hunden, Huskies genannt, durch die Gegend ziehen lassen? Bekannterweise steht für rethorische Fragen die Antwort immer schon im vorhinein fest. Bei insgesamt 230 km langen, wunderschön gespurten und einsamen Loipen durch die nordfinnische Tundra und über lappische fells (von Vorzeit-Gletschern glattpolierte Bergrücken) gibt es eigentlich keine ernsthafte Alternative als sich zum „irons-sci“-Training in die Wildnis zu werfen. Gemeinsam mit einem Wasalauf-gestählten und vor Energie-strotzenden Alt-Volks-Langläufer geht es dann am Donnerstag erstmals in die nebelige Tundra und also dann auch noch ein wenig Wind aufkommt und die Kälte zunimmt wird es so richtig lustig. Meine mit viel Liebe angegessenen Fettpolster und mein eleganter flauschiger gelber Anorak schützen mich vor der eisigen Kälte und nach einem Lachssüppchen geht es wieder retour Richtung Saariselkä, welches wir 25 km und 3h 15min später gut gelaunt erreichen. Auch in den nächsten Tagen zieht es uns wieder auf die Loipe und so trainieren wir 1h 40min und am letzten Tag 2h 20 min, insgesamt also etwas mehr als 7h und an die 55 km. Der Alt-Volks-Langläufer zeigt mir wo es lang geht, spielt seine Technik mit fast perfektem Doppelstockeinsatz gnadenlos aus und lässt mich immer wieder in der Taiga alleine, aber nicht weinend, zurück. Das Langlaufen macht richtig Spass, ich genieße die Natur, die letzten Sonnenstrahlen, die eisige Kälte, meine schmerzenden Oberarme und die ziehenden Oberschenkel, und die nahezu menschenleere Weite und Stille der nördlichen Wildnis. Also, ein cross-Training wie es sein soll. Ironman-Herz was willst du mehr.

Thursday, February 02, 2006

Mur-Run & Tiefsee-Bike

Noch 20 Tage bis zum ultimativen Trainingsbeginn und manchmal, in schwachen Stunden, frage ich mich wie ich es schaffen kann mein Ziel zu erreichen. Im März stehen zwei lange einwöchige Reisen an (San Francisco zu Beginn, Brisbane gegen Monatsende und als Draufgabe noch ein Dienstwochenende) und da bleibt nur Laufen und an der gold coast bestenfalls mit den Haien um die Wette schwimmen. Der Hai-Trainingseffekt soll jedoch, nach Aussagen der wenigen Überlebenden, nicht besonders nachhaltig sein. Aber dafür habe ich für Mitte März einen Termin für eine sportärztliche Untersuchung gebucht; und gestern Nacht habe ich mich für den Triest-Marathon angemeldet. Am 7. Mai 2006 steht somit ein sehr langer langsamer Lauf über 42 km am Programm – die Zielzeit ist mit 4h59min fixiert, also die Wunsch-Triathlon-Laufzeit. Am Montag war ich übrigens seit langem wieder einmal an der Mur und habe mich alleine laufend mit Lauf-Mantras beschäftigt. Die Mantras machen zwar nicht unbedingt Spass, aber irgendwie scheinen sie zu wirken und ein Lauf-Gleichschritt stellt sich ein. 8 km in etwas weniger als 50 min ist keine Offenbarung und man/frau sieht wie mühsam sich eben das Triathlon-Eichhörnchen ernährt. Zwischen zwei Nachtdiensten habe ich mich dann heute abends auf den harten Sattel meines Renn-Bikes gesetzt und mir die Trampelzeit durch ein Universum-Video zum Thema Meer und Tiefsee verkürzt. Das Meer ist mehr als ein gigantisches Jagdrevier und, ganz gefangen von den unerbittlichen Fischkämpfen, bin ich nach 4o min eigentlich wenig müde von meinem Rollen-Bike in die Dusche abgetaucht. Tja, noch kann ich es schaffen und trotz meiner satten 105 kg! bin ich weiterhin zuversichtlich das Triathleten-Spektakel am Wörthersee erfolgreich zu beenden.