Site Meter Auf dem Weg zum Ironman Austria 2006: „iron-sci“ in den lappischen fells

Monday, February 13, 2006

„iron-sci“ in den lappischen fells

Die Zeit bis zum offiziellen Trainingsbeginn am 20. Februar 2006 wird immer kürzer. Und die Tage des unverbindlichen Genuß-Trainings gehen dem Ende zu. Eigentlich hatte ich vor diese Woche überhaupt nicht zu trainieren und mich im „dolce far niente“ zu üben. Aber was macht ein ironman-Aspirant nördlich des Polarkreises mit unnötiger Freizeit. Gut in Thermokleidung eingepackt mit älteren Damen Renntierschlitten fahren, im Rudel mit pseudo-sportlichen Dermatologen Motorschischlitten fahren und lärmend die Umwelt verschmutzen oder sich von kleinen weißen Hunden, Huskies genannt, durch die Gegend ziehen lassen? Bekannterweise steht für rethorische Fragen die Antwort immer schon im vorhinein fest. Bei insgesamt 230 km langen, wunderschön gespurten und einsamen Loipen durch die nordfinnische Tundra und über lappische fells (von Vorzeit-Gletschern glattpolierte Bergrücken) gibt es eigentlich keine ernsthafte Alternative als sich zum „irons-sci“-Training in die Wildnis zu werfen. Gemeinsam mit einem Wasalauf-gestählten und vor Energie-strotzenden Alt-Volks-Langläufer geht es dann am Donnerstag erstmals in die nebelige Tundra und also dann auch noch ein wenig Wind aufkommt und die Kälte zunimmt wird es so richtig lustig. Meine mit viel Liebe angegessenen Fettpolster und mein eleganter flauschiger gelber Anorak schützen mich vor der eisigen Kälte und nach einem Lachssüppchen geht es wieder retour Richtung Saariselkä, welches wir 25 km und 3h 15min später gut gelaunt erreichen. Auch in den nächsten Tagen zieht es uns wieder auf die Loipe und so trainieren wir 1h 40min und am letzten Tag 2h 20 min, insgesamt also etwas mehr als 7h und an die 55 km. Der Alt-Volks-Langläufer zeigt mir wo es lang geht, spielt seine Technik mit fast perfektem Doppelstockeinsatz gnadenlos aus und lässt mich immer wieder in der Taiga alleine, aber nicht weinend, zurück. Das Langlaufen macht richtig Spass, ich genieße die Natur, die letzten Sonnenstrahlen, die eisige Kälte, meine schmerzenden Oberarme und die ziehenden Oberschenkel, und die nahezu menschenleere Weite und Stille der nördlichen Wildnis. Also, ein cross-Training wie es sein soll. Ironman-Herz was willst du mehr.

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