Site Meter Auf dem Weg zum Ironman Austria 2006: March 2006

Monday, March 27, 2006

Trainingserfahrung in "down under“

Und diesmal im Flieger von Brisbane nach Singapore mit einer Woche „down under“-Erfahrung im Reisegepäck. Queensland ist faszinierend und der „surf“, so nennen die Aussies ihr Meer, ist beeindruckend vor allem wegen der Wellen, die pausenlos die Küste attackieren. Sicherheitshalber habe ich nicht mit den Wellen gekämpft und habe mein Schwimmtraining in den „menschen- und haifisch-leeren“ Pool verlegt. Bei jedem Training, insgesamt 4 swim units und 5 km, hatte ich immer eine eigene Bahn und angenehm kühles frisches Wasser. Die Schwimmtrainingsbedingungen waren also echt optimal; ich schwamm sozusagen im Paradies und das nicht nur weil der mit Hochhäusern zubetonierte Stadtteil von Gold Coast „Surfers Paradise“ heißt. Auf einer „leeren“ Bahn in aller Ruhe Runden um Runden zu ziehen ist ein schöner Schwimmtrainingstraum und daher bin ich nach einem 2,5 Stundenlauf entlang der Pazifikküste nahezu mühelos 2 km in etwas mehr als 1 Stunde am Stück durchgeschwommen. Und der Vorteil des „Post-Run-Swim“ oder zu deutsch „Nachlaufschwimm“, wenn ich schon so kritiklos herumschwärme, ist das nahezu vollständige Fehlen von muskulären Beschwerden, welche nach einem auch noch so langsamen 20 km Lauf immer auftreten. Um es nochmals auf den Punkt zu bringen: Das Pool-Schwimmen in Meeresnähe in Surfers Paradise ist nicht nur hoffnungslosen ironman-Aspiranten zu empfehlen. Apropos ironwoman, die Gattin meines Aussie-Gastgebers startet nächste Woche im Alter von 51 Lenzen zum 4. oder 5. Mal beim ironman Australia. Im Schnitt trainiert Sie an die 30 Stunden (!) in der Woche, was sich in einer nahezu goldmedaillien-verdächtigen körperlichen Verfassung niederschlägt. Ihre Beteuerung, dass Sie mit einer Zeit um 12.5 Stunden rechnet habe ich deshalb als typisches SportlerInnen-Understatement freundlich über mich ergehen lassen. Die Schilderung meiner Trainingsaktivitäten wurden eher mitleidig belächelt und irgendwann war ich mir nicht mehr sicher, ob wir beide von der gleichen Sportart reden, obwohl ich der festen Ansicht war, dass es sich beim ironman Australia und beim ironman Austria um einen nahezu identen sportlichen Event handelt. Aber den Pazifik mit seinen Haien mit dem Wörthersee mit seinen Hechten zu vergleichen ist vielleicht doch nicht statthaft und Ausdruck meiner provinziellen europäischen Seele. Nachzutragen ist noch eine A2-Lauftrainingseinheit von 9 km in ungefähr 60 min mit 2 Aussie-Lauffreunden über 60. Einer der zwei ist in der Früh zum Aufwärmen einen 10er in 46 min gelaufen und der zweite, 64-jährig und frischmunter nach 2 Bybass-Operationen, ist mir demonstrativ um die Ohren gelaufen. So ist eben der Trainingsalltag an der Goldküste in Queensland. Es möge mir nie etwas Schlimmeres passieren.

Tuesday, March 21, 2006

Trainings- und Blogfrequenz – eine inverse Beziehung?

Bin im Flieger nach “down under“, wie Australien mehr oder weniger liebevoll nicht nur von den Engländern genannt wird, und lasse Trainingswoche 3 und 4 kurz Revue passieren. Über 3 gibt es nicht viel zu berichten außer den schon erwähnten 90er in Frisco; am Wochenende war dann Nachtdienst angesagt und mehr als ein paar Stiegenhäuser habe ich nicht bezwungen. Dafür bin ich am Dienstag gemeinsam mit meinem Triestmarathon-Partner zur Leistungsdiagnostik am Physiologischen Institut angetreten. Sozusagen mit „Todesverachtung“ angesichts der doch nicht berauschenden Trainingsumfänge. To make a long story short – die Stufe 14 km/h bin ich 2 Minuten durchgelaufen und bei Puls 174 habe ich dann das sprichwörtliche Handtuch geworfen. Die genaue Auswertung und Beratung erfolgt in 2 Wochen; die Grundlagenausdauer “sei“ aber angeblich nicht so schlecht. So sprach zumindest der wohlwollend dreinblickende väterliche Leistungsdiagnostiker im 6. Stock der Vorklinik. In 2 Monaten ist jedenfalls eine Wiederholung der Leistungsdiagnostik zur Dokumentation des Trainingserfolges geplant. Vom Test angestachelt bin ich am gleichen Abend noch für fade 6 km an die Mur und am Mittwoch dann das erste Koppelungstraining. 10 km Murlauf und dann 1700 swim im Bad ohne Sonne. Und es hat Spaß gemacht, nicht zuletzt weil ich mir eingebildet habe, dass mein “Muskelkater“ in den Beinen durch das Schwimmen minimiert wird. Am Donnerstag dann wieder Nachdienst und am Freitag 45min Bike-Regeneration im Injoy in Villach diesmal leider ohne Lapdance-Musik. Samstag in der Früh ging es für 9 km an die Drau (!); mehr war zeitlich leider nicht drinnen. Dafür bin ich aber Kilometer 6 oder 7 in berauschenden 5min und 30 sec gelaufen. Oder waren es doch 5’40’’. Ich war jedenfalls sehr stolz auf mich seit langem wieder einmal einen Kilometer unter 6 min geschafft zu haben. Und am Sonntag anstatt nachzusetzen habe ich dann Seele baumeln lassen, Koffer gepackt und mich geistig auf “down under“ eingestimmt. Fazit: Die 4. Trainingswoche gilt, wie laut Plan vorgesehen, als sanfte Regenerationswoche; die 3. wird als Flop einfach negativ bilanziert, abgeschrieben und als Verlust “vorgetragen“. Und der Vorsatz für Meso II und Trainingswoche 1 – nicht mit den wahren Haien an der Goald Coast um die Wette schwimmen, sondern einfach mit Blick auf das unendliche Meer langsam versunken der Küste entlang traben und endorphingetränkt Meilen sammeln. In“down under“ gibt es ja keine Kilometer und Dopingkontrolleure sind, zum Unterschied von giftigen Giftschlangen, auch nicht zu erwarten.

Thursday, March 09, 2006

Zweite Trainingswoche in San Francisco

Am 1. März ging es mit Lufthansa nach San Francisco und schon am Donnerstag in der Früh bin ich auf der Golden Gate Street Richtung Hawaii unterwegs. Da allerdings nur ein 45 min A2-Lauf am Programm stand bin ich nach ungefähr 24 min wieder retour zum Hotel ohne auch nur den Pazifik, geschweige denn Hawaii, gesehen zu haben. An den nächsten Tagen habe ich mich dann auf längere und langsamere Läufe umgestellt und insgesamt 2 x 90 min und 1x 120 min herunter gespult. Der letzte 90er war aber schon in der 3. Trainingswoche. Mit Trainingswoche 2 kann ich trotz allem recht zufrieden sein, weil ich insgesamt doch 3x gelaufen bin und in Frisco meinen inneren Schweinehund „bezwungen“ habe. Wenn ich jedoch laufend meine Shilouette in den Schaufenstern der Market-Street widerfinde, kommen wir fast die Tränen. Ich fühle mich gut und laufe locker, aber wer ist dieser unsportliche ältere Herr, der mir so freundlich aus dem Schaufenster entgegenblickt. Doch nicht etwa ein ironman?