Trainingserfahrung in "down under“
Und diesmal im Flieger von Brisbane nach Singapore mit einer Woche „down under“-Erfahrung im Reisegepäck. Queensland ist faszinierend und der „surf“, so nennen die Aussies ihr Meer, ist beeindruckend vor allem wegen der Wellen, die pausenlos die Küste attackieren. Sicherheitshalber habe ich nicht mit den Wellen gekämpft und habe mein Schwimmtraining in den „menschen- und haifisch-leeren“ Pool verlegt. Bei jedem Training, insgesamt 4 swim units und 5 km, hatte ich immer eine eigene Bahn und angenehm kühles frisches Wasser. Die Schwimmtrainingsbedingungen waren also echt optimal; ich schwamm sozusagen im Paradies und das nicht nur weil der mit Hochhäusern zubetonierte Stadtteil von Gold Coast „Surfers Paradise“ heißt. Auf einer „leeren“ Bahn in aller Ruhe Runden um Runden zu ziehen ist ein schöner Schwimmtrainingstraum und daher bin ich nach einem 2,5 Stundenlauf entlang der Pazifikküste nahezu mühelos 2 km in etwas mehr als 1 Stunde am Stück durchgeschwommen. Und der Vorteil des „Post-Run-Swim“ oder zu deutsch „Nachlaufschwimm“, wenn ich schon so kritiklos herumschwärme, ist das nahezu vollständige Fehlen von muskulären Beschwerden, welche nach einem auch noch so langsamen 20 km Lauf immer auftreten. Um es nochmals auf den Punkt zu bringen: Das Pool-Schwimmen in Meeresnähe in Surfers Paradise ist nicht nur hoffnungslosen ironman-Aspiranten zu empfehlen. Apropos ironwoman, die Gattin meines Aussie-Gastgebers startet nächste Woche im Alter von 51 Lenzen zum 4. oder 5. Mal beim ironman Australia. Im Schnitt trainiert Sie an die 30 Stunden (!) in der Woche, was sich in einer nahezu goldmedaillien-verdächtigen körperlichen Verfassung niederschlägt. Ihre Beteuerung, dass Sie mit einer Zeit um 12.5 Stunden rechnet habe ich deshalb als typisches SportlerInnen-Understatement freundlich über mich ergehen lassen. Die Schilderung meiner Trainingsaktivitäten wurden eher mitleidig belächelt und irgendwann war ich mir nicht mehr sicher, ob wir beide von der gleichen Sportart reden, obwohl ich der festen Ansicht war, dass es sich beim ironman Australia und beim ironman Austria um einen nahezu identen sportlichen Event handelt. Aber den Pazifik mit seinen Haien mit dem Wörthersee mit seinen Hechten zu vergleichen ist vielleicht doch nicht statthaft und Ausdruck meiner provinziellen europäischen Seele. Nachzutragen ist noch eine A2-Lauftrainingseinheit von 9 km in ungefähr 60 min mit 2 Aussie-Lauffreunden über 60. Einer der zwei ist in der Früh zum Aufwärmen einen 10er in 46 min gelaufen und der zweite, 64-jährig und frischmunter nach 2 Bybass-Operationen, ist mir demonstrativ um die Ohren gelaufen. So ist eben der Trainingsalltag an der Goldküste in Queensland. Es möge mir nie etwas Schlimmeres passieren.

