Site Meter Auf dem Weg zum Ironman Austria 2006

Sunday, August 05, 2007

Tuesday, July 18, 2006

Überm Rad in den Ironman-Himmel

Am Sonntag dem 16. Juli 2006 ist es soweit – 3.8 km swim im wohltemperierten Wörthersee – 180 km bike im Herzen meines geliebten Kärntens meist mit den Karawanken vor den Augen und von der Sonne wohlwollend bestrahlt – und dann 42 km run (mehr walking als running) in und um Klagenfurt mit zwei Extrarunden um den Lindwurm – perfekt betreut von Zlato – umgeben von Eltern und Chrisi und von Freunden – Peter begleitet mich auf den letzten 10 km – und dann – knapp vor Mitternacht ist es soweit. Die Finisherparty ist auf dem Höhepunkt; die Stimme des Moderators wird immer schriller und schriller und überschlägt sich vor Heiserkeit; grellste Neonbeleuchtung; begeisterte, enthusiastische und ausflippende Fans (wer weiss welche Projektionen hier ablaufen!); Cheerleaders; Fotographen; dröhnende Musik & Blitzgewitter; – die letzten Hundert Meter – werden so Olympiasieger bejubelt? – der mit blauem Teppich ausgelegte Ultrakurz-Anstieg ins Ironman-Ziel – von der Begeisterung mitgerissen laufe ich erstaunlich locker die letzten 5 Meter (!) in den Iron-Olymp – und ich juble und freue mich und bin glücklich und ein ironman. Nachtrag: Die Zeit bleibt bei 16 Stunden 35 Minuten und 38 Sekunden stehen.

Monday, June 26, 2006

Schmerzende Oberschenkel

Ja, ich bin blog-faul geworden. Aber nicht unbedingt trainings-faul. Im Gegenteil für meine Verhältnisse trainiere ich eigentlich sehr viel und auch konstant. Viel biken, mäßig laufen; am wenigsten vielleicht schwimmen. Und meine Oberschenkel schmerzen. Um präzise zu sein, die Streckseiten meiner Oberschenkel schmerzen einfach nahezu permanent; wahrscheinlich oder besser sicher gibt es da einen Zusammenhang mit dem Biken und insbesondere vor allem mit dem Bergauf-Biken. Diese permanenten Oberschenkelschmerzen kenne ich nicht vom Marathon-Training und sie nerven mich. Aber was soll’s. Der Grat zwischen Übertraining und Untertraining ist sehr schmal. Und nüchtern betrachtet trainiere ich immer noch eher zu wenig als zu viel. Aber zurück zu einigen ironman-assozierten Fakten. Gewichtsmäßig pendle ich konstant zwischen 105 und 106 KG, wenngleich ich subjektiv den Eindruck habe, dass ich abgenommen habe. Mein Neopren-Anzug, mein ORCA (=Killerwal) wie ich ihn unbekannterweise liebevoll nenne, ist auf dem Postweg unterwegs und ich freue mich schon auf die ersten Swim-Versuche an der „Schott d’Azur“ – den Nicht-Graz-Insidern unter dem offizellen Namen „Schwarzl Teiche“ genauso unbekannt. Und mein Gemütszustand; tja, der schwankt zwischen alles Hinwerfen und „jetzt erst recht“. Und einige knallharte Trainingseinheiten warten noch auf mich vor dem großen Tag.

Tuesday, May 23, 2006

Bike-Training am Originalschauplatz

Am Ende des 3. Trainingsmonats war es soweit und ab gings ins geliebte Kärnten um am Originalschauplatz eine Bike-Trainingseinheit zu durchtreten. Der nicht sehr detaillgetreue Internet-Ausdruck der 90 km Bike-Runde im Kärntner Mittelland entlang des Südufers des Wörthersees und des Ostufers des Faakersees und ein Abendgespräch mit ironman-Freunden im Trastevere in Villach dienten als Orientierung. Und am Sonntag nach 11 Uhr starteten wir dann von Steinbichl Richtung Faakersee um nach einer guten halben Stunde bei Egg in die Originalschleife einzusteigen. Aber schon in Ledenitzen war „Streckenverfehlung“ angesagt. Jedoch die Abfahrt vom, mir völlig unbekannten, Orainig-Sattel war wildromantisch. Der Ruperti-Berg mit einigen kurzen mäßig zähen Voranstiegen war dann weniger romantisch nicht nur weil sich die Karawanken nach der Ruperti-Bezwingung nicht in voller Pracht zeigten. Körperliche Anstrengung und romantische Gefühle sind eben nicht unbedingt Geschwister. Es ging dann weiter entlang einiger weniger „zweisprachiger“ Ortstafeln nach Viktring und, nach einem kurzen nicht „ironman-konformen“ Abstecher zum Wörthersee-Südufer. Eigentlich eine Genußfahrt und wenig anstrengend. Bis, ja bis, dann knapp vor Villach die Straße zum Faakersee nach links in den Himmel abbiegt. Die Türkei heißt dieser selektive Streckenabschnitt, der für Ivan Basso und für Jan Ulrich kaum mehr als eine kleine Streckenunebenheit darstellt. Für mich fast ein Grund das gesamte ironman-Unterfangen in Frage zu stellen. Aber eben nur fast. Und überhaupt. Also, nach 110 km in mehr als 5 Stunden mit einem Dauerpuls von 116 müde nach Steinbichl heimgekehrt und die Vorfreude auf den Mega-Event am 16. Juli 2006 wird merklich größer.

Thursday, May 11, 2006

Triest-Marathon & altösterreichische Trainingseinheit

Dieses Wochenende war Marathon angesagt. In Wien und in Triest. Und verständlicherweise habe ich mich für Triest entschieden. Weil ich bereits zweimal Wien absolviert habe und, insbesondere, weil ich gemeinsam mit meinem Gradeser Bruder und meinem Grazer Lauffreund die Längen und Mühen eines Marathons in der altösterreichischen Hafenstadt durchleben wollte. Um es auf den Punkt zu bringen. Alle drei haben nicht „richtig“ gefinisht. Mein Bruder hat aufgrund von Trainingsunregelmäßigkeiten (elegante Formulierung!) weise auf den Start verzichtet. Und mein Lauffreund hat sich bei Kilometer 22 verabschiedet und ist nach Grado Mittagessen und Baden gefahren. So bin ich mit meinem Villacher&Salzbuger ironwoman/ironman Freunden übrig geblieben. Aber nur bis Kilometer 30! Dann habe auch ich mich müde und gelassen zum Gehen entschlossen und nach 5 km Spaziergang auf der Marathonstrecke und einen Shortcut von weiteren 5 km bin ich die letzten 2 km langsam trabend ins Ziel gelaufen. Insgesamt also ein 37 km Marathon in unter 5 Stunden. Meine tschechische Fangemeinde hat meinen letztlich doch spektakulären Zieleinlauf auch für die Ewigkeit dokumentiert. Das Villacher&Salzburger iron-Team ist wenig später, nach echten 42 km, locker laufend am Triestiner Einheitsplatz (klingt sehr schal im Vergleich zu Piazza Unità) eingelangt. Fazit: Eine sehr lange und sehr schöne Trainingseinheit mit permanentem Blick auf den Golf von Triest und temporärem auf das altösterreichische Miramare. Der gewöhnliche ironman-Trainingsalltag hat mich inzwischen auch wieder eingeholt.

Tuesday, April 25, 2006

Kopfrechnen & das Training nimmt seinen Lauf

Und auch diesmal habe ich die blogfreie Zeit für diverse Trainingseinheiten genutzt. Schwimmen im Bad ohne Sonne, Radfahren in der Süd- und Oststeiermark und Laufen and der Mur, im Lechwald und im Prater in Wien. Schwimmen zwischen 1.5 und 2 km, Radfahren zwischen 30 und 90 km, und Laufen zwischen 4 und 22 km. Und immer wieder 18 km – meist am Sonntag. Ich bemühe mich zu variieren und möglichst viel im Grundlagen-Ausdauerbereich zu trainieren und dabei denke ich jetzt gerne an meinen mich so lobenden Sport-weisen Professor. Und zwischendurch laufe ich immer wieder 3-4 km mit Pulswerten an die 150, meist am Ende der langen langsamen Läufe. In Gedanken bin ich immer öfter beim Ironman in Celovec und ertappe mich dabei meine bescheidenen Trainingszeiten hochzurechnen. Und im Rechnen war ich immer schon recht gut; auch im Kopfrechnen. Erfreulicherweise funktioniert mein Kopfrechnen bei swim, bike und run gleich gut; möglicherweise sind immer dieselben Hirnzellen mit von der Partie. Und zumindest theoretisch rechnet es sich ganz einfach: 1h und 40min im Wörthersee, 10 min „Rauswuzzeln“ aus dem engen und zu körperbetonten Neopren-Anzug, dann 7h30 für die Bike-Seenrundfahrt, wieder 10 min um in aller Ruhe die Schuhe zu wechseln, und dann 5h und 29min für den abschließenden Marathon. Ja, richtig gerechnet, das ganze macht dann 14h59 min und in Celovec wird es knapp vor 10 Uhr abends sein. Wie gesagt theoretisch und kopfrechnerisch und überhaupt – wo ist das Problem? Darüber ein anderes Mal. Wir wissen ja, positive Gedanken gehören gepflegt und sind das Fundament für Vieles. Auch für einen erfolgreich absolvierten Kärnten Ironman Austria. Und dabei lassen wir es für heute bewenden.

Tuesday, April 11, 2006

Und voll im Training

In den letzten Tagen habe ich fleissig trainiert – run, swim und auch schon bike – also alles was zum ironman dazugehört. Heute zum Beispiel im ungewohnt leeren Bad ohne Sonne 2000m swim in etwas mehr als 50min unterteilt in 400er Einheiten. Und gestern 21km Langsamlauf entlang der Mur mit Triestmarathonpartner in 2h43min. Und vorgestern 60km Langsambike in der Südweststeiermark mit ambitionierter Rennradnovizin in 2h40min. Und vorvorgestern alleine ein A3-Lauf über etwas mehr als 5km in 30min. Und, und, und …. nun, ich trainiere brav, vielleicht zu brav, und insbesondere und überwiegend im Ausdauerbereich. Und sogar mein Leistungsdiagnostiker, ein Sport-weiser Professor der Physiologie am hiesigen vorklinischen Institut, hat es mir schwarz auf weiß bestätigt, dass meine Grundlagenausdauer im Laufen sehr gut sei. Ich trainiere also richtig! Nur weil ich so abgebrüht bin, hatte es mir nicht die Schamesröte ins Gesicht getrieben ob des professoralen Lobes. Und der Sport-weise Professor ergänzte folgerichtig, dass der Body Mass Index (BMI) natürlich auch einen, nicht unwesentlichen, Einfluß auf die Performance hat. Und ein BMI von 30, na servas kann ich da nur sagen. Wenn dieser nicht downregulierend auf die nahezu perfekte Grundlagenausdauer einwirkt. Sportwissenschaftstheoretisch absolviere ich jedenfalls seit Jahren ein virtuoses Lauftraining trotz zunehmender Gelenksbeschwerden und trotz oder gerade wegen meines vielgeliebten und gut gepflegten BMI. Und so rückt der ironman austria näher und näher und die 3. Trainingswoche im 2. Trainingsmonat zieht ins Jahr.

Saturday, April 01, 2006

A2-Lauf in meinem Lechwald

Alte Erinnerungen steigen hoch. Seit vielen Monaten bin ich nun schon nicht mehr im Lechwald gelaufen und als ich dann heute, in meinem 11. Laufjahr, wieder einmal abends meine Lechwaldrunde drehe werde ich fast ein wenig sentimental. Wieviele Hundert vielleicht sogar wenige Tausend km bin ich seit 1995 im Lechwald gelaufen? Meist am späten Nachmittag und sehr oft, wie Euch heute, am späten Abend. Bei Vollmond und bei Neumond und ….dazwischen. Bei jedem Wetter. Zu Sylvester bei Schneefall und am 15. August in der Sommerhitze und immer wieder auch im Regen. Selten bei Gewitter. Sehr sehr oft bei optimalen Bedingungen. Häufig alleine; immer wieder aber auch zu zweit. Seltener in einer kleinen Laufgruppe. Manchmal ganz langsam dahintrabend; selten „voll auf Zug“ in Form von ungesunden Intervalltrainingseinheiten. Meist zügig dahinlaufend und bergauf fälschlicherweise immer „Gas“ gebend. Kurze Strecken, manchmal nur 4 oder 6 km; sehr oft auch 20 km und darüber. Begonnen habe ich im Lechwald mit nahezu 120 kg; zu meiner schnellsten Zeit im Jahrtausendjahr 2000 mit unter 90 kg; heute mit satten 104. Und die Strecke. Unnotwendig zu erwähnen, dass ich sie in- und auswendig kenne. Die Kapelle an der Weggabelung, das Häuserl im Wald, der Roseggerhof, das versteckte Kruzifix, das einsame Haus am Waldrand, und die steileren und flacheren Anstiege und …. Soviele Erinnerungen, so kurzweilig der Lauf. Nach 69 min mit einem Dauerpuls von 130 bin ich wieder in meinem Dienstzimmer und verschwitzt am PC beim Bloggen. Um es zu präzisieren. De iure bin ich nicht der Besitzer des Lechwaldes, aber de facto habe ich mich heute abend als solcher gefühlt. Als Großwaldbesitzer, der nach Jahren wieder einmal sein Reich besucht, nach dem Rechten sieht und zufrieden feststellt, dass alles beim Alten und beim Guten ist.

Monday, March 27, 2006

Trainingserfahrung in "down under“

Und diesmal im Flieger von Brisbane nach Singapore mit einer Woche „down under“-Erfahrung im Reisegepäck. Queensland ist faszinierend und der „surf“, so nennen die Aussies ihr Meer, ist beeindruckend vor allem wegen der Wellen, die pausenlos die Küste attackieren. Sicherheitshalber habe ich nicht mit den Wellen gekämpft und habe mein Schwimmtraining in den „menschen- und haifisch-leeren“ Pool verlegt. Bei jedem Training, insgesamt 4 swim units und 5 km, hatte ich immer eine eigene Bahn und angenehm kühles frisches Wasser. Die Schwimmtrainingsbedingungen waren also echt optimal; ich schwamm sozusagen im Paradies und das nicht nur weil der mit Hochhäusern zubetonierte Stadtteil von Gold Coast „Surfers Paradise“ heißt. Auf einer „leeren“ Bahn in aller Ruhe Runden um Runden zu ziehen ist ein schöner Schwimmtrainingstraum und daher bin ich nach einem 2,5 Stundenlauf entlang der Pazifikküste nahezu mühelos 2 km in etwas mehr als 1 Stunde am Stück durchgeschwommen. Und der Vorteil des „Post-Run-Swim“ oder zu deutsch „Nachlaufschwimm“, wenn ich schon so kritiklos herumschwärme, ist das nahezu vollständige Fehlen von muskulären Beschwerden, welche nach einem auch noch so langsamen 20 km Lauf immer auftreten. Um es nochmals auf den Punkt zu bringen: Das Pool-Schwimmen in Meeresnähe in Surfers Paradise ist nicht nur hoffnungslosen ironman-Aspiranten zu empfehlen. Apropos ironwoman, die Gattin meines Aussie-Gastgebers startet nächste Woche im Alter von 51 Lenzen zum 4. oder 5. Mal beim ironman Australia. Im Schnitt trainiert Sie an die 30 Stunden (!) in der Woche, was sich in einer nahezu goldmedaillien-verdächtigen körperlichen Verfassung niederschlägt. Ihre Beteuerung, dass Sie mit einer Zeit um 12.5 Stunden rechnet habe ich deshalb als typisches SportlerInnen-Understatement freundlich über mich ergehen lassen. Die Schilderung meiner Trainingsaktivitäten wurden eher mitleidig belächelt und irgendwann war ich mir nicht mehr sicher, ob wir beide von der gleichen Sportart reden, obwohl ich der festen Ansicht war, dass es sich beim ironman Australia und beim ironman Austria um einen nahezu identen sportlichen Event handelt. Aber den Pazifik mit seinen Haien mit dem Wörthersee mit seinen Hechten zu vergleichen ist vielleicht doch nicht statthaft und Ausdruck meiner provinziellen europäischen Seele. Nachzutragen ist noch eine A2-Lauftrainingseinheit von 9 km in ungefähr 60 min mit 2 Aussie-Lauffreunden über 60. Einer der zwei ist in der Früh zum Aufwärmen einen 10er in 46 min gelaufen und der zweite, 64-jährig und frischmunter nach 2 Bybass-Operationen, ist mir demonstrativ um die Ohren gelaufen. So ist eben der Trainingsalltag an der Goldküste in Queensland. Es möge mir nie etwas Schlimmeres passieren.

Tuesday, March 21, 2006

Trainings- und Blogfrequenz – eine inverse Beziehung?

Bin im Flieger nach “down under“, wie Australien mehr oder weniger liebevoll nicht nur von den Engländern genannt wird, und lasse Trainingswoche 3 und 4 kurz Revue passieren. Über 3 gibt es nicht viel zu berichten außer den schon erwähnten 90er in Frisco; am Wochenende war dann Nachtdienst angesagt und mehr als ein paar Stiegenhäuser habe ich nicht bezwungen. Dafür bin ich am Dienstag gemeinsam mit meinem Triestmarathon-Partner zur Leistungsdiagnostik am Physiologischen Institut angetreten. Sozusagen mit „Todesverachtung“ angesichts der doch nicht berauschenden Trainingsumfänge. To make a long story short – die Stufe 14 km/h bin ich 2 Minuten durchgelaufen und bei Puls 174 habe ich dann das sprichwörtliche Handtuch geworfen. Die genaue Auswertung und Beratung erfolgt in 2 Wochen; die Grundlagenausdauer “sei“ aber angeblich nicht so schlecht. So sprach zumindest der wohlwollend dreinblickende väterliche Leistungsdiagnostiker im 6. Stock der Vorklinik. In 2 Monaten ist jedenfalls eine Wiederholung der Leistungsdiagnostik zur Dokumentation des Trainingserfolges geplant. Vom Test angestachelt bin ich am gleichen Abend noch für fade 6 km an die Mur und am Mittwoch dann das erste Koppelungstraining. 10 km Murlauf und dann 1700 swim im Bad ohne Sonne. Und es hat Spaß gemacht, nicht zuletzt weil ich mir eingebildet habe, dass mein “Muskelkater“ in den Beinen durch das Schwimmen minimiert wird. Am Donnerstag dann wieder Nachdienst und am Freitag 45min Bike-Regeneration im Injoy in Villach diesmal leider ohne Lapdance-Musik. Samstag in der Früh ging es für 9 km an die Drau (!); mehr war zeitlich leider nicht drinnen. Dafür bin ich aber Kilometer 6 oder 7 in berauschenden 5min und 30 sec gelaufen. Oder waren es doch 5’40’’. Ich war jedenfalls sehr stolz auf mich seit langem wieder einmal einen Kilometer unter 6 min geschafft zu haben. Und am Sonntag anstatt nachzusetzen habe ich dann Seele baumeln lassen, Koffer gepackt und mich geistig auf “down under“ eingestimmt. Fazit: Die 4. Trainingswoche gilt, wie laut Plan vorgesehen, als sanfte Regenerationswoche; die 3. wird als Flop einfach negativ bilanziert, abgeschrieben und als Verlust “vorgetragen“. Und der Vorsatz für Meso II und Trainingswoche 1 – nicht mit den wahren Haien an der Goald Coast um die Wette schwimmen, sondern einfach mit Blick auf das unendliche Meer langsam versunken der Küste entlang traben und endorphingetränkt Meilen sammeln. In“down under“ gibt es ja keine Kilometer und Dopingkontrolleure sind, zum Unterschied von giftigen Giftschlangen, auch nicht zu erwarten.

Thursday, March 09, 2006

Zweite Trainingswoche in San Francisco

Am 1. März ging es mit Lufthansa nach San Francisco und schon am Donnerstag in der Früh bin ich auf der Golden Gate Street Richtung Hawaii unterwegs. Da allerdings nur ein 45 min A2-Lauf am Programm stand bin ich nach ungefähr 24 min wieder retour zum Hotel ohne auch nur den Pazifik, geschweige denn Hawaii, gesehen zu haben. An den nächsten Tagen habe ich mich dann auf längere und langsamere Läufe umgestellt und insgesamt 2 x 90 min und 1x 120 min herunter gespult. Der letzte 90er war aber schon in der 3. Trainingswoche. Mit Trainingswoche 2 kann ich trotz allem recht zufrieden sein, weil ich insgesamt doch 3x gelaufen bin und in Frisco meinen inneren Schweinehund „bezwungen“ habe. Wenn ich jedoch laufend meine Shilouette in den Schaufenstern der Market-Street widerfinde, kommen wir fast die Tränen. Ich fühle mich gut und laufe locker, aber wer ist dieser unsportliche ältere Herr, der mir so freundlich aus dem Schaufenster entgegenblickt. Doch nicht etwa ein ironman?

Monday, February 27, 2006

Ungeplante Pause nach erster Trainingswoche

Von Donnerstag bis Sonntag habe ich mein Laufpensum brav heruntergepult. 10, 12, 6, und 15 km im langsamen Dauerlauf, meist alleine bei nasskaltem Schlechtwetter an der Mur und am Sonntag gemeinsam mit einem ambitionierten Marathonanwärter im Lechwald. Fazit; die Oberschenkel schmerzen und brennen. Aber ich bin zufrieden, obwohl ich nicht alle Trainingsvorgaben Punkt um Punkt erfüllt habe. Dafür dope ich mich auch nur mit körpereigenen Endorphinen, welche erfreulicherweise trotz Schlechtwetter ungehindert fließen. Und immer mehr verdichtet sich der pure und reine olympische Gedanke in meiner Großhirnrinde. Teilnehmen um des Sportes willen; nicht um zu siegen. Auch wenn viele der TeilnehmerInnen des ironman austria 2006 diese so hehren olympischen Gedanken nicht unbedingt mit mir teilen, gewinnen werden auch Sie nicht. So wie ich werden Sie auf den Plätzen landen. Aber zurück zur Realität der zweiten Trainingswoche. Heute wurde mir von unserem Operateur, einem Kollegen aus der ironman-Hauptstadt Österreichs, ein Muttermal auf meiner Brust entfernt. Meine Brust zieren nun einige Narben und ziehende Schmerzen verspüre ich überdies. Also, heute und morgen wird nicht trainiert und am Mittwoch bin ich 12 Stunden im Flieger nach San Francisco. Der erste Trainingslauf dieser Woche kann daher frühestens am Donnerstag an der Pazifikküste erfolgen. Ich werde mit Blickrichtung Hawaii trainieren. Was gibt es Größeres für einen noch immer übergewichtigen ironman-Aspiranten:-)

Wednesday, February 22, 2006

Offizieller Trainingsstart im Bad ohne Sonne

Am Dienstag den 21. Februar 2006 um 20.15 war es nun endlich soweit. Mit 106.8 kg habe ich mich in das überfüllte Bad ohne Sonne fallen lassen und bin in 60 min und 41 sec 2500 m unterteilt in 5 Einheiten zu 500 m (mit ungefähr einer Minute Pause; diese wird aber nicht mitgestoppt) „runtergeschwommen“. Ab der 4. Einheit hat sich erfreulicherweise das Bad geleert und die letzten 500 m haben, trotz zunehmender Schmerzen in meinen schwächlichen Oberarmen, so richtig Spaß gemacht. Ich interpretiere dies als unwissenschaftlichen Hinweis für eine aquagene Endorphin-Auschüttung. Ein paar Worte zu meinem ironwoman-erprobten Trainingsplan, welcher meist für mich unerfüllbare 6 Trainingseinheiten pro Woche vorsieht. Ich komme mir vor wie ein Jongleur, wenn ich die Einheiten hin und her schiebe um zumindest 5 davon durchzuziehen. Heute bin zum Beispiel seit 6.30 im Zug nach Salzburg und komme erst um 21.25 nach Graz zurück – der 45 minütige A2 Lauf wird eben einfach „gespritzt“ und dafür geht’s dann morgen zu einem 75 minütigen A1 Lauf an die Mur. Bin schon echt neugierig wie es mir dann am Freitag geht, denn da stehen 90 min A1 Lauf und 60 min swim am Programm. Im ersten Monat scheint mir der Trainingsplan jedenfalls machbar zu sein; die anderen Trainingsmonate habe ich mir sicherheitshalber nicht einmal angschaut. Also, so weit so gut, das offizielle IM-Training für den ironman in Celovec hat begonnen. Und meine Oberarme schmerzen.

Monday, February 13, 2006

„iron-sci“ in den lappischen fells

Die Zeit bis zum offiziellen Trainingsbeginn am 20. Februar 2006 wird immer kürzer. Und die Tage des unverbindlichen Genuß-Trainings gehen dem Ende zu. Eigentlich hatte ich vor diese Woche überhaupt nicht zu trainieren und mich im „dolce far niente“ zu üben. Aber was macht ein ironman-Aspirant nördlich des Polarkreises mit unnötiger Freizeit. Gut in Thermokleidung eingepackt mit älteren Damen Renntierschlitten fahren, im Rudel mit pseudo-sportlichen Dermatologen Motorschischlitten fahren und lärmend die Umwelt verschmutzen oder sich von kleinen weißen Hunden, Huskies genannt, durch die Gegend ziehen lassen? Bekannterweise steht für rethorische Fragen die Antwort immer schon im vorhinein fest. Bei insgesamt 230 km langen, wunderschön gespurten und einsamen Loipen durch die nordfinnische Tundra und über lappische fells (von Vorzeit-Gletschern glattpolierte Bergrücken) gibt es eigentlich keine ernsthafte Alternative als sich zum „irons-sci“-Training in die Wildnis zu werfen. Gemeinsam mit einem Wasalauf-gestählten und vor Energie-strotzenden Alt-Volks-Langläufer geht es dann am Donnerstag erstmals in die nebelige Tundra und also dann auch noch ein wenig Wind aufkommt und die Kälte zunimmt wird es so richtig lustig. Meine mit viel Liebe angegessenen Fettpolster und mein eleganter flauschiger gelber Anorak schützen mich vor der eisigen Kälte und nach einem Lachssüppchen geht es wieder retour Richtung Saariselkä, welches wir 25 km und 3h 15min später gut gelaunt erreichen. Auch in den nächsten Tagen zieht es uns wieder auf die Loipe und so trainieren wir 1h 40min und am letzten Tag 2h 20 min, insgesamt also etwas mehr als 7h und an die 55 km. Der Alt-Volks-Langläufer zeigt mir wo es lang geht, spielt seine Technik mit fast perfektem Doppelstockeinsatz gnadenlos aus und lässt mich immer wieder in der Taiga alleine, aber nicht weinend, zurück. Das Langlaufen macht richtig Spass, ich genieße die Natur, die letzten Sonnenstrahlen, die eisige Kälte, meine schmerzenden Oberarme und die ziehenden Oberschenkel, und die nahezu menschenleere Weite und Stille der nördlichen Wildnis. Also, ein cross-Training wie es sein soll. Ironman-Herz was willst du mehr.

Thursday, February 02, 2006

Mur-Run & Tiefsee-Bike

Noch 20 Tage bis zum ultimativen Trainingsbeginn und manchmal, in schwachen Stunden, frage ich mich wie ich es schaffen kann mein Ziel zu erreichen. Im März stehen zwei lange einwöchige Reisen an (San Francisco zu Beginn, Brisbane gegen Monatsende und als Draufgabe noch ein Dienstwochenende) und da bleibt nur Laufen und an der gold coast bestenfalls mit den Haien um die Wette schwimmen. Der Hai-Trainingseffekt soll jedoch, nach Aussagen der wenigen Überlebenden, nicht besonders nachhaltig sein. Aber dafür habe ich für Mitte März einen Termin für eine sportärztliche Untersuchung gebucht; und gestern Nacht habe ich mich für den Triest-Marathon angemeldet. Am 7. Mai 2006 steht somit ein sehr langer langsamer Lauf über 42 km am Programm – die Zielzeit ist mit 4h59min fixiert, also die Wunsch-Triathlon-Laufzeit. Am Montag war ich übrigens seit langem wieder einmal an der Mur und habe mich alleine laufend mit Lauf-Mantras beschäftigt. Die Mantras machen zwar nicht unbedingt Spass, aber irgendwie scheinen sie zu wirken und ein Lauf-Gleichschritt stellt sich ein. 8 km in etwas weniger als 50 min ist keine Offenbarung und man/frau sieht wie mühsam sich eben das Triathlon-Eichhörnchen ernährt. Zwischen zwei Nachtdiensten habe ich mich dann heute abends auf den harten Sattel meines Renn-Bikes gesetzt und mir die Trampelzeit durch ein Universum-Video zum Thema Meer und Tiefsee verkürzt. Das Meer ist mehr als ein gigantisches Jagdrevier und, ganz gefangen von den unerbittlichen Fischkämpfen, bin ich nach 4o min eigentlich wenig müde von meinem Rollen-Bike in die Dusche abgetaucht. Tja, noch kann ich es schaffen und trotz meiner satten 105 kg! bin ich weiterhin zuversichtlich das Triathleten-Spektakel am Wörthersee erfolgreich zu beenden.

Sunday, January 29, 2006

Trainingsalltag im Bad ohne Sonne & "Anti-Bojen-Schwimm-Mode"

Die Tage ziehen durch Jahr und schon beginnt ein eiskalter Jänner 2006 seine Abschiedstour. Wir, ausnahmsweise nicht im Pluralis majestatis formuliert, trainieren fleissig und unermüdlich im Bad ohne Sonne das Slalomschwimmen mit beweglichen Schwimmbojen. Und Bekleidungsfantasien kommen auf. Wie alpine Slalomläufer spezielle, modische Spezialbekleidungen im Kampf gegen die auf und nieder "peppelnden" Slalomstangen tragen könnten wir ja mit speziellen swim suits bewaffnet den Gang in die Fluten des Bad ohne Sonne wagen. Die beweglichen Schwimmbojen führen zu bestimmten, sich immer wiederholenden, "Aufschwimmverletzungen" und ich denke an Kopfschützer, Schulterverstärker und Oberschenkelpanzer, welche vor den besonders heimtückischen Stoßschlägen der scheinbar so harmlos herumschwimmenden Brustschwimmer schützen. Aber genug gejammert; wir gehen das Ganze eben, wie oben ausgeführt, proaktiv an und werden am Ende noch berühmt und reich mit der von uns kreiierten "Anti-Bojen-Schwimm-Mode". Zum sportlichen; Trainingsumfang und -intensität werden professionell variiert; gegenseitig schwimmen wir uns um die nassen Ohren und bei Nikolas entwickeln sich schon ganz langsam auch Schwimmhäute zwischen den Fingern; jugendliche Körper passen sich bekannterweise Trainingsreizen besser an. Also, insgesamt 3x swim im Bad ohne Sonne, 2200, 1500 und heute 1900 Meter. Und das Schwimmen macht Spass; ironman-Herz, was willst Du mehr.

Wednesday, January 18, 2006

Trainings-Schwimmwettkampf im Bad ohne Sonne

So wenig ich laufe und bike umso regelmäßiger zieht es mich ins Bad ohne Sonne. Und so war ich heute, heuer bereits zum fünften Male, erneut beim Schwimmtraining und auch diesmal gemeinsam mit einem hoffnungsvollen Nachwuchstalent, in der Fußballersprache würde man von einem ungeschliffenen Rohdiamanten sprechen, der mir nach einigen Trainingseinheiten schon frech um die nassen Ohren schwimmt. Am heutigen Programm stehen nach 100 m Einschwimmen 6x300 m Kraulslalom im lauwarmen und stark beschwommen Sonnenbad. Aber der 4. Wiederholung läßt mich mein Schwimmeleve im Wasser stehen und und daher ist ein swim-down, Neudeutsch für Trainings-Schwimmwettkampf, unausweichlich. Und mit heroischem Einsatz und unter zu Hilfenahme subversiver Schwimmtechniken wie ungelenken Doppelzügen kann ich den Ansturm des ungestümen Jungschwimmers gerade noch abfangen und schlage mit 6 min und 39 sec nach den letzten 300 m am Beckenrand an. Wahrlich ein Phyrrus-Sieg, den nun tun mir meine Oberarme sogar beim Blogschreiben weh. Jedenfalls und überhaupt, das Schwimmtraining macht Spass und irgendwann in den nächsten Wochen möchte ich im Training 3000 m Schwimmen; aber man/frau stelle sich das bitte bildlich vor: ein 51-jähriger & schwergewichtiger ironman-Träumer schwimmt im Bad zur Sonne 120 Längen; hoffentlich sieht niemand zu und lässt mich auf Zurechnungsfähigkeit überprüfen. Ich werde halt ganz einfach unscheinbar schwimmen und versuchen beim aus dem Wasser steigen nicht zu torkeln.

Tschechische Laufpremiere an der Mur

Es sind nun zwar schon 15 Tage ins neue Jahr gezogen und trotzdem sind die guten und großen Vorsätze zum Jahreswechsel noch nicht Geschichte. Um der großen Tradition der tschechischen Laufgeschichte genüge zu tun und um diese auch zu leben, ich erinnere kurz an Emil Zatopek, der seinerzeit auch mit unmöglichem Laufstil die nicht vorhandene afrikanische Konkurrenz in Grund und Boden gelaufen ist, hat meine rotgewandte Skatpartnerin die Skater aus- und die Laufschuhe angezogen. Und trotz Nebel, Kälte und unwirtlichen äußeren Bedingungen geht’s dann, ja richtig, an die Mur und nicht die Moldau und schön langsam traben wir 2.5 km dahin. Und nach 500 m Murspaziergang im Laufdress kommen wir wieder zur Sache und absolvieren nochmals 2.5 km. Meine Bordcomputer laufen und mein ironman-geschwängertes Großhirn rechnet; mit diesem Lauftempo, so zwischen 7.30 und 8 min pro km benötige ich für den ironman-Marathon um die 5 ½ Stunden und komme bei meinen, zumindest konstant angedachten, voraussichtlichen swim und bike Zeiten unter 15 h ins Ziel. Das Trainingslauftempo paßt also – nur der Trainingsumfang ist möglicherweise noch ein wenig unterdimensioniert. Aber das countdown für meinen offiziellen Trainingsbeginn nach patentiertem „groovy dog“, ironwomen-proved Trainingsplan hat schon begonnen und in weniger als 5 Wochen wird ernsthaft und „eisenhart“ trainiert. Und dann wird mir das Witzeln über ironman-„Pseudo“-Aktivitäten vergehen und Trainingsernst in die Murmetropole einkehren. Übrigens die weihnachtliche und Jahreswechsel-bedingte Festtagskost hat meinem Körper gutgetan. Ich trainiere wieder mit satten und wohlverdienten 106 kg.

In-joy, Lapdance & Spinbike-Wettkampf

Am Wochenende war ich wieder einmal auf Kurzbesuch bei Eltern und Sohn in Villach und was lag näher als am späten Samstagnachmittag die ehemalige Fitness-Fabrik, nun als Franchise-Nehmer cool In-joy heißend, aufzusuchen und ein lockeres Cardio-Training zu absolvieren. Bodybuilder und Sympathisanten verwenden diesen Ausdruck (oft auch nur kurz „Cardio“ gesprochen) für ein leichtes Ausdauer-Regenerationstraining, sei es nun Lauf am Band oder Steigen am Stepper oder Treten am Rad. Wie auch immer, wir haben uns professionell für ein 24-minütiges Radintervall-Training entschieden und sind wenig schwitzend, begleitet von Videoclips mit Lapdance-Musik – skandalöserweise ohne Lapdance – , die 24 Minuten, mehr oder weniger gelangweilt, durchgstrampelt. Am darauffolgenden 10-minütigen großen familiären Spinbike-Wettbewerb hat mir mein Sohn gezeigt, wo der „Bartl den Most“ holt und ist uns, der virtuellen Spin-gruppe und mir, einfach davon geradelt und als 16. ins Ziel gekommen, während ich mit meinem, offensichtlich noch nicht ironman-gestylten Luxuskörper, stolzer 999. wurde. Bei einer „dreiziffrigen“ Anzeigetafel möglicherweise nicht das beste aller Ergebnisse. Na ja, beim abschließenden 1o-minütigen Steppen und 12-minütigen Ausradeln war mein ödipaler Spin-Wettkampfpartner dann rechtschaffen ein wenig müde und zufrieden stolz. Insgesamt also 56 (in Worten sechundfünfzig) Minuten Cardio im In-joy in Villach; wenn das keine professionelle ironman Vorbereitung für Celovec 2006 ist. Auch die Pizza beim Sterba in Lind ob Velden hat gemundet, nochdazu so nahe an der ironman-bike Strecke. Auch dies ist ein gutes Omen.

Sunday, January 01, 2006

Sportlicher Jahresabschluß, "ironpferd" & ironman-Visionen

Auch der Dezember war trainingsmäßig ein perfekter Regenerationsmonat. Insgesamt 4xswim mit 7000 m, 3xrun mit 26km und 1xbike mit 60min -- es scheint, dass ich die hohe Kunst des Regenerieren zu perfektionieren gelernt habe. Um zumindest ein bike-Rollentraining im Dezember 05 zu absolvieren bin ich am vorletzten Tag des Jahres auf die Rolle gestiegen und habe mir Attila, den Hunnenkönig, gegeben. Keine Ahnung wieviele Stunden und km am Tag die Burschen auf ihren Pferden gesessen sind. Ein "ironpferd" wäre aber kein besonderer Auftrag für einen Hunnen gewesen; und swim und run wären eben durch Bogenschießen und .... ersetzt worden. Der geneigte Leser möge sich den hunnischen "ironman" selbst vorstellen. Nur soviel, 7-9 Stunden am Stück am Pferd wären sicher kein Auftrag für einen durchschnittlichen Steppennomaden gewesen. Nach 60 min habe ich jedenfalls Attila Attila sein lassen und bin in die Dusche. Am 31. Dezember dann zum sportlichen Jahresabschluß 3x um den Schloßberg gemeinsam mit meinem Lauffreund und beruflichen Widerspruchsgeist -- wir haben das Jahr in Form eines nicht strukturierten Laufwettkampf-Gespräches erfolgreich abgeschlossen und beschlossen uns keine Pläne für 2006 vorzunehmen. Und so sind wir "sylvestrisch" laufend in 64min und 30 sec ins Ziel gekommen. Als 270 und 271 von 280 StarterInnen; einfach beieindruckend für einen hoffnungfrohen ironman und einen ambitionierten Marathon-Eleven; ich jedenfalls bin beschwingt und ein wenig unterkühlt von dannen gezogen und habe ein heißes Jahresabschlußbad genossen. Und das countdown für den ironman austria am 16. Juli 2006 nimmt, gnadenlos und unerbittlich, konkrete Züge an. In diesem Sinne Prosit 2006.

Tuesday, December 27, 2005

Schneefall in Graz & Swim im Bad ohne Sonne

Der verlängerte Weihnachtsdienst mit zahllosen e-mails quer durch die Zeitzonen ist vorüber und eigentlich war heute ein 14 km Murlauf als letzte Vorbereitung für den Grazer Sylvesterlauf geplant. Heftiger vormittägiger Schneefall und wunderschöne winterliche Verhältnisse lassen Jugenderinnerungen aus den Tiefen aufsteigen und das Herz lachen. Unverständlich, dass es Menschen gibt, welche dichten Schneefall, kniehohen Schnee und die Kälte des Winters nicht lieben. Zugegeben, als nur Wohnungsmieter, Autoverweigerer und konvertierter Tramfahrer kann ich die städtische Winteridylle leicht mit vollen Zügen geniessen und meine nassen Socken ziehe ich einfach aus. Und um eine Murlauf-Rutschpartie zu vermeiden geht es am frühen Nachmittag ins Bad zur Sonne. Auch ohne Sonne spule ich dann mein heutiges Pensum runter – 400, 300, 200 und 100 und dann das ganz noch einmal – also insgesamt 2000 m in weniger als 50 min. Die Zeit wird brav gemessen; die Pausen nicht zu lange gehalten und schon ist das Swim-Training auch wieder vorbei. Im Unterschied zum Alleinlaufen fließen meine Gedanken beim Alleinschwimmen nicht; ich denke eigentlich immer nur an die Zahl der Länge, welche ich gerade durchschwimme und bin bestrebt mich nicht zu verzählen. Wäre ja zu tragisch wenn ich statt 300 m nur 250 m oder, noch schlimmer, 350 m schwimmen würde. Und deshalb wird stupide gezählt; wer weiß vielleicht sind das die berühmten Schwimm-Mantras, die mich beflügeln. Also, das Schwimmtraining habe ich absolviert, heute tun mir sogar meine Oberarme weh; die schwimmenden Reflexionen meiner Gedanken sind aber zwischen den Grazer Schneeflocken hängengeblieben und haben ihren Weg nicht ins Bad ohne Sonne gefunden. Erfreulicherweise fliesst aber die Mur noch immer und der nächste gedankenversunkene Murlauf wartet.

Monday, December 19, 2005

Chinareise & Dezembertrainingsloch

Aus dem im letzten Blog angekündigten Rollenbike-Training ist nichts geworden und lediglich am Tage meiner Abreise nach China, am 3. Dezember 2005, habe ich mich, nun endgültig 51-jährig, gegen mittags ins Bad zur Sonne gewuchtet und dort 2000 m swim absolviert. Mit meiner Polar am Handgelenk allerdings ohne Pulsmeßgurt – so weit erinnerlich 400, 300, 200 und 100 und das ganze mal zwei – und es scheint, dass ich erfreulicherweise relativ konstant meine Längen ziehe. Dann ging es ab ins Reich der Mitte (Beijing, Zhengzhou, Shanghai) und zu einem china-bedingten 12-tägigen Trainingsloch. Die Laufsachen hatte ich zwar mit, aber in der eisigen und windigen Kälte chinesischer Großstädte fehlte mir schlicht und banal die Lust und Begeisterung auf körperliche Betätigung. Umso wunderbarer war dann das Feeling als ich am Donnerstag wieder meine Grazer Schwimmarena besuchte und 3 x 500 m in über 36 min runterspulte. Die 500 m Durchgangzeiten von 11.10, 11.45 und 13.35 lassen zwar meine übliche Konstanz ein wenig vermissen, aber was soll’s. Gestern war ich dann erstmals wieder an der Mur, in rotgewandter Skate-Begleitung, und da plagte ich mich schon signifikant. Für etwas mehr als 10 km 73 min mit einem Durchschnittspuls von 139 Herzschlägen pro min – nicht gerade vielversprechend für einen ambitionierten ironman-Aspiranten – bin aber noch ein wenig verkühlt und überhaupt. Das finden und erfinden von Ausreden war noch nie mein Problem. Trotz der Kälte fliessen die Endorphine, vielleicht ein weniger zäher als üblich; dazu gibt es sie ja schließlich und als dann die Waage vor dem Bade 103 kg anzeigt bin ich rechtschaffen stolz. Dezember-Trainingsloch, im ironman wording sprechen wir pseudowissenschaftlich von einer langfristig geplanten Regenerationsphase, und China-Food haben sowohl die „Form“ als auch zumindest 2 kg auf dem Gewissen. Und noch 7 Monate bis zum ironman austria in Celovec – der Countdown ist unerbitterlich und im wahrsten Sinne des Wortes nähere ich mich der ironman-Stadt auf leisen Schienen im Allegro Johann Strauß sitzend und vorweihnachtlich das verschneite Murtal hinauf nach Mittelkärnten ins geliebte Villach fahrend.

Thursday, December 01, 2005

Novemberinventur -- Müdigkeit beim Training und beim Bloggen

Der November war noch nie mein Monat. Obschon ich ihn heuer für meine Verhältnisse brilliant über die Runden gebracht habe. Da der Blog primär aber meine Trainingsresultate oder bescheidener ausgedrückt meine Trainingsrealitäten wiederspiegeln, und weniger mein Gefühlsleben reflektieren, soll liste ich nun meine November-Trainingseinheiten auf. Zuerst bike: 2 x Rollentraining; swim: 6 x und insgesamt 11200m; run 9 x und 72 km. Alles zusammen bin ich dann doch auf 17 Trainingseinheiten gekommen – nicht einmal so wenig von der Zahl her, aber über die Intensität ist zu diskutieren. Bezüglich meines Gewichtes – was soll ich sagen – eines Novembertages waren es nur 103.5 kg – aber momentan sind es wieder satte 105 kg. Also auch diesbezüglich brachte der November nicht den Durchbruch. Bevor ich aber nun vor Selbstmitleid zerfliesse gehe ich auf die Rolle und beginne den Dezember mit einem Wohnzimmerbiketraining:-)

Saturday, November 19, 2005

Der Alltag beim Swim-Training im Bad zur Sonne

Zu erst das Positive – das Bad zur Sonne ist 20 Gehsekunden (!) von meiner Wohnung entfernt. Wollte mich schon bei der Geschäftsführung für dieses Entgegenkommen bedanken. Der Preis mit 3 Euro ist auch noch annehmbar – bei 50 Schillingen würden wir zwar Schreikrämpfe bekommen, aber man/frau gewöhnt sich eben an alles. Gibt es auch Negatives? Natürlich, denn sonst wäre es ja zu schön. Das Wasser ist für einen Sportschwimmer (ich weiss ein großes Wort) möglicherweise eine Spur zu warm. Und das Bad ist einfach zu „beschwommen“ oder zu „beplantscht“. Ich ziehe meine Runden zwar, trotz allem, in regelmäßigen Kreisen, klingt viel besser als Längen, und lasse mich durch ein paar Querschwimmer nicht aus dem Rhythmus bringen. Manchmal kommt es aber schon zu Schwimm-Auffahr-Unfällen oder Aufschwimm-Zusammenstössen, die aufgrund des letztlich reduzierten Schwimmtempos völlig ungefährlich sind und „nur“ den liebgewonnen Schwimmrhythmus durchbrechen. Seit gestern schwimme ich auch mit Uhr – also um mit ein paar Zahlenspielen zu beginnen – 200 m in 4min50sec – das scheint mein Tempo zu sein. Auch bei mehrfacher Wiederholung – ich habe ja einen Schwimmmeister mit unerbittlichen Vorgaben wie zum Beispiel 5 x 200 m – ändert sich an dieser Zeit nichts wesentliches. Dieses Tempo ist offensichtlich meines und nach Adam Riese, einem bekannten Deutschen Mathematiker des, sagen wir einmal, 19. Jahrhunderts, macht das eine Triathlon-Swim-Zeit von 1h und 35 min aus. Aber bis dahin sind doch noch einige Kreise im Bad zu Sonne zu ziehen. Gestern waren es 80 also entsprechend 2000 m.

Wednesday, November 16, 2005

Trainingsumstellung im November

Der November ist ins Land gezogen und zeigt sich mit Kälte, Nässe, Nebel und früher Dunkelheit. Und es ist Zeit das Trainingsprogramm umzustellen. Das Schwimmtraining wartet und mein Rad ist auf der neuen e-bay ersteigerten Rolle montiert und möchte getreten werden. Die Trainings-DVDs (Aktion- und Universum-Filme) liegen bereit -- was fehlt eigentlich ausser der Trainingslust? Ganz so "unlustig" war ich dann doch nicht, eher schreibfaul oder "blogfaul" um es auf den Punkt zu bringen. War in diesen Tagen 3x an der Mur -- 6, 8 und 10 km -- und zweimal im Wasser. Mein Schwimmcoach hat mir einen Trainingsplan erstellt mit detaillierter Darstellung der Trainingseinheiten; auf deren Darstellung verzichte ich einstweilen. Nur soviel, jede Einheit sind 2000 m swim -- eigentlich nicht die Welt, aber 80 Längen im bevölkerten Warmwasser des "Bad zur Sonne" nerven auch den noch so fanatischen ironman-Aspiranten. Gestern abend gab es dann Wohnzimmer-Radrollen-Trainingspremiere -- ich liebe die zusammengesetzten Hauptwörter unserer Sprache -- und es hat mir sehr sehr gut gefallen. Nüchtern betrachtet ist es fast ein wenig lächerlich -- ein erwachsener Mann fährt um 9 Uhr abends in seinem Wohnzimmer im Raddress mit Radsportschuhen auf der Rolle und sieht sich bei dieser Tätigkeit einen Action-Film an. Aber wie geschrieben -- es hat mir Spass gemacht und nach 50 min mit einem Dauerpuls von 116 bin ich dann verschwitzt vom Rad gestiegen. Auf ein neues Wohnzimmer-Radtraining:-)

Tuesday, November 08, 2005

Morgenlauf in Grado & Abend-Swim in Recco

Bin auf Italien-Tournee. Nach spätnachmittägiger Autofahrt sind wir am Donnerstagabend in Grado angekommen. Für Freitagfrüh gibt es dann keine andere Alternative als einen brüderlichen Lauf entlang der Adria. Mit der üblichen Morgenunlust treffen wir uns – eigentlich nicht sehr früh – um 7:15 und laufen, oder besser traben, dann dem Strande entlang in die Gradeser Pineta. Den ersten Teil auf der Laufstrecke des Grado Triathlon und sogleich werden Erinnerungen wach an den abschließenden 10 km Lauf und wie ich diesen mit Hilfe spezieller Betreuung & ausgeklügelter Lauf-Mantras überstanden habe. Die Laufzeit vergeht im Nu – auch wegen unserer Gespräche, in die wir uns vertiefen – und für das Laufbuch sind es dann eben 8 km in 55 min mit einer Durchschnittsfrequenz von 116 Herzschlägen. Nach einem kurzen, intensiven beruflichen Intermezzo und anschließendem Salat-Mittagessen geht es dann mit dem Auto nach Genua. In der Nähe an der Küste gibt es einen kleinen Ort namens Recco und dort sind traditionell die besten Wasserballer Italiens zu Hause. Es gibt also eine Schwimmhalle – ein wenig sehr desolat – mit einer Länge von 33 Metern und abgesteckten Bahnen und ins Wasser reinragenden Wasserballtoren. Anstelle des Abendessens geht es dann mit meinem Schwimmtrainer aus Recco – gleichzeitig auch mein „Autoprovider“ – ins Wasser zum lockeren Auschwimmen wie es so schön heißt. Ich bin seit dem Grado Triathlon (1500 Meter in 37 min) nicht mehr geschwommen und freue mich schon auf das Nass trotz meiner Angst vor der Kälte. Letztlich macht es dann aber großen Spass nach Wochen wieder einmal zu Schwimmen und ich spüre keine Kälte – 1200 Meter in etwas weniger als 45 min – mein Schwimm-Mentor spult in der gleichen Zeit, neben mir schwimmend, 2000 Meter runter. Die Schwimmwelt ist also noch in Ordnung und die Schwimmhalle in Recco hat ihre Schuldigkeit getan.

Tuesday, November 01, 2005

Und die Endorphine fliessen wieder

Auch heute geht’s wieder spätnachmittaglich oder besser frühabendlich an die Mur und diesmal mit einer seelenverwandten Skaterin in leuchtendem Rot. Die rote Farbe – übrigens seit jeher meine Lieblingsfarbe – stellt einen wunderschönen Kontrapunkt zum tagesbeherrschenden Grau dar und läßt die traditionelle Allerheiligen-Tristesse nicht aufkommen. Um mit meiner geübten Skaterin mitzuhalten kann ich heute auch nicht regenerativ laufen und bin über einige Kilometer mit einem guten 6er Schnitt unterwegs. Nüchtern für das Trainingsbuch: 10 km in 66 min mit einer Durchschnittsfrequenz von 139 – tja, nun wird wieder mit Brustgurt trainiert! Heute habe ich übrigens eine ungeschliffene Rohfassung meines ironman-Trainingsprogrammes erhalten; von einer erfolgreichen iron-woman aus dem geliebten Kärnten. Da kann das Programm ja nur gut sein. Den Plan werde ich irgendwann in einer eiskalten Winternacht für meine Bedürfnisse adaptieren und mit meinen diversen Aktivitäten abgleichen. Aber nun zurück zur Mur – schön langsam gewöhne ich mich an sie und in der Dunkelheit gehen mir die fehlenden Berge entlang der Drau und der Gail auch nicht wirklich ab. Und nach der Dusche merke ich so richtig wie angenehm die Endorphine ihren Weg in meine Peripherie gefunden haben. To make a long story short – life is beautiful und ich geniesse es mit vollen Zügen:-)

Monday, October 31, 2005

Monatsauskehrlauf & Trainingsinventur

Heute abend bin ich 10 km in 70 min auf meiner Mur-Hausstrecke gelaufen. Das erste Mal seit Jahren im Training wieder mit einem Pulsmesser -- meine durchschnittliche Pulsfrequenz mit 129 Herzschlägen pro Minute macht mich zufrieden. Habe mir heute einen eleganten Brustgurt gekauft, da ich meinen alten vor mehr als einen Jahr verloren hatte. Ich weiss zwar nicht wie wichtig ein Frequenzmesser für einen Triathlonfinisher ist, aber was tue ich nicht alles um ein richtiger ironman zu werden. Rezente Bilder von mir betrachtend schaue ich jedenfalls eher wie ein gemütlicher, behäbiger, mittelalterlicher Mann aus und nicht wie ein ironman in spe. Aber das ist eben alles nur Tarnung und -- wir wissen ja schon zur Genüge und können es fast schon nicht mehr hören -- einen Triathlon beendet man/frau im Kopf. Die Beine sind einfach willenlose Dinger, welche die Befehle der Großhirnrinde eben auch unter Schmerzen durchführen. Nach diesem Willensexkurs aber zu meiner sportlichen Oktoberinventur. O Meter swim -- kann nur besser werden, 2 Radausfahrten mit insgesamt 123 km -- wird über den Winter noch weniger werden, zahlreiche Läufe mit insgesamt 145 km und eine Bergwanderung mit 11km und 1400 HM. Und nicht zu vergessen ein Halbmarathon knapp unter 2 Stunden. Und gewichtsmäßig vor dem Abendessen -- 103.9 Kilo -- nachher wiegen ist nicht gut für die Psyche und wird immer unterlassen. Alles in Allem bin ich rechtschaffen zufrieden; im November werde ich wieder zu schwimmen beginnen und das Rad mit e-bay-ersteigerter Rolle wird im Wohnzimmer installiert. Die Mur lasse ich in Ruhe weiterfliessen.

Sunday, October 30, 2005

Bewußter Murlauf nach dem Derby

Heute ist Derbytag in Graz – der Grazer Athletik Klub, mit dem Kurznamen GAK, spielt gegen Sturm Graz und gewinnt 2:0 – „ich leide“ sms-e ich meinem Freund auf der gegenüberliegenden Tribüne zu. Seine Antwort „ich bin gut drauf“ lässt Eingeweihte erahnen, dass er auf der Seite der Sieger steht. Was bleibt mir also übrig als heute abend noch, zur geistigen und körperlichen Regeneration, an die Mur zu gehen. Ich nehme mir vor meine 6 km Mur-Hausstrecke langsam und bewußt, was immer das bedeutet, zu laufen, ziehe mich schön warm an und ab in die Nacht. Gemächlich trabe ich dann dahin, das Laufen fällt mir leicht – trotz der gestrigen Bergwanderung – , meine Oberschenkel sind angenehm warm und meine neue Schuhe beginnen sich mit meinen Füßen anzufreunden. Ich denke an nichts Wesentliches und geniesse meinen Seelen- und Muskel-regenerativen Nachtlauf.

Zirbitzkogel & ironman austria 2006

Welche Gemeinsamkeiten haben der Zirbitzkogel und der ironman austria 2006? Eigentlich keine – unsere gestrige spätherbstliche über 5 stündige Rundwanderung mit 1400 Höhenmeter und ein 15 stündiger ironman haben ja tatsächlich nicht viel gemeinsam. Oder doch? Nach mehr als 30 Jahren war ich gestern mit Freunden erstmals wieder in dieser Gegend und unter Kaiserwetterbedingungen haben wir einen aussichtsprächtigen und sonnenschwangeren Tag durchwandert. Ich fühle, dass ich mich ein wenig anstrenge, ein bißchen schwitze, leichte Schmerzen in meinem linken Knie verspüre, den fernen Horizont bewundere, den Tag mit meinen Freunden geniesse und ….. mit wenigen Worten es geht mir und meiner Seele einfach gut. Aber zurück zum ironman – was mich ein wenig beunruhigt ist die Eigenbeobachtung, dass ich nach etwas mehr als 5 Stunden genüßlichem Wandern eigentlich rechtschaffen müde bin. Ist das das Holz aus dem Ironmänner geschnitzt sind? Wohl kaum denke ich; andererseits geht es ja um die primäre Einstellung mit der man – im konkreten Falle ich – in ein Unterfangen, und sei es noch so groß, reingeht. Und dieser Gedanke macht mich wieder zuversichtlich. Am 16. Juli 2006 dauert das Unternehmen ironman austria nicht geplante 5 Stunden, wie gestern am Zirbitzkogel, sondern es wird eben 15 Stunden und möglicherweise ein paar zerquetschte Minuten mehr dauern. Und meine Muskeln werden vielleicht doch etwas mehr schmerzen – zwischendurch und auch nachher.

Thursday, October 27, 2005

Depressiver Regenerationslauf mit neuen Schuhen

Der Tag hat gut begonnen und so wird er auch enden. Zwischendurch war er aber ein einziger Tiefschlag. Aber wie heißt es so schön – nur nicht unterbringen lassen und cool bleiben. Und so bin ich am Spätnachmittag mit meinen gut 7 Jahren alten Asics zu einem running point. Die Beratung ist professionell; der Bursche extrahiert aus meinen alten Einlagen fast meine Lebensgeschichte. Und der rechte Fuß ist um 5 mm länger – eindeutig – da gibt es nichts zu rütteln. Jetzt weiss ich es. Und flugs ist ein neues Paar Schuhe hervorgezaubert und diese passen wie angegossen. Warum gibt es so ein Service nicht in normalen Schuhgeschäften? Es ist übrigens ein wunderschöner tiefblauer Herbsttag und bevor die Nacht endgültig hereindämmert laufe ich an die Mur. Regenerativ mit einem 6h30’ Schnitt und versuche den Tag aufzuarbeiten. Das gelingt heute nicht und die Fußsohlen beginnen zu brennen und die Endorphine wollen auch nicht fließen. Insgesamt laufe ich 8 km in 54 min und dann ab in die Dusche und ein wenig an den PC. Denke, dass ich mit diesen Schuhen – Brooke oder so ähnlich heißen sie – noch viele km laufen werde. Und ich werde mich noch in einigen Jahren daran erinnern – an einen brennenden Regenerationslauf mit depressiver Grundstimmung entlang meiner Murstrecke. Aber vielleicht vergesse ich diesen trostlosen Murlauf noch heute abend.

Wednesday, October 26, 2005

Finales spätherbstliches Radtraining & steirische Sysiphos-Schaukel

Heute ist Feiertag und das Wetter ist schön. Der seit Wochen geplante Bike-Ausklang läßt sich nicht mehr verhindern. Nach einem Zeitungsfrühstück in meinem beliebten Altherren-Kaffeehaus, überwiegend bevölkert von Herren mit den Mienen und dem Gehabe pensionierter Professoren, schlüpfe ich in mein Raddress, sicherheitshalber mit zusätzlichem langärmeligen Shirt, und ab in den Süden gegen Wildon. Ich freue mich, das biken macht Spass, trotz einer mehrwöchigen Radkarenz spüre ich eine Verbundenheit mit dem Gefährt. Und meine Gedanken strömen, dies und das, berufliches und privates, as usual ein komplettes Chaos und mein Fahrtempo bleibt schön konstant um die 30km/h. Das mittelsteirische Fehlen von Bergen macht mir zu schaffen; mir fehlen meine Kärntner Berge. Wie immer ich meinen Kopf im geliebten Villach drehe, sehe ich einen meiner Berge und die Errinnerungen an, doch nicht so wenige, Ausflüge auf den Dobratsch, die Gerlitze und den Mittagkogel werden wach. Und weiter hinten blitzen dann die Julier hervor. Aber hier – nur Ebene und namenlose Hügel – und auf einmal bin ich in Wildon und ich weiss nicht so recht – soll ich auf diesen Hügel Richtung Hengsberg hinauffahren oder nicht – und auf einmal sehe ich klar – das wird meine Sysiphos-Schaukel – der Anstieg nicht sehr steil aber doch ca 1 km lang und dann geht ungefähr 1 km runter und ich kann ja gleich wieder umdrehen und…Ich bin zufrieden und froh und mache mich alsbald an den Anstieg, plage mich mäßig und dann geht’s runter, zum Schluß mit 55km/h, und dann drehe ich einfach um und es geht wieder rauf und dann wieder runter. Für heute reicht es aber; für weitere Trainingseinheiten, kann ich das ganze mehrmals wiederholen und so den Ruperti auf meiner steirischen Hausstrecke simulieren. Nach 1h 54min und 53 km bin ich dann wieder zu Hause; mit einem 28km Stundenschnitt. Für einen regelmäßigen Altherren-Kaffeehaus-Besucher nicht so schlecht denke ich mir. Ob es aber für einen ironman reicht; wir werden sehen – vedremo – das ganze spielt sich ja, angeblich, nur im Kopf ab. Sicherheitshalber trainiere ich aber weiter:-)

Tuesday, October 25, 2005

Kilometrierte 15 km Alleinlauf an der Mur

Nach Bruderhochzeit in der Wachau und nach einem Wochenend-Nachtdienst bin ich heute gegen halb fünf am Nachmittag, nach 3 Tagen Laufkarenz, wieder ins Lauf-Outfit geschlüpft und auf meine Mur-Heimstrecke hinaus. Die lange Pause hat mich leichtfüßig gemacht und ich bin von Beginn zügig gelaufen. Nach ungefähr 1.5 km beginnt die kilometrierte Strecke und die Halbkilometer-Durchgangszeiten sind immer unter 3 min und schön langsam entwickelt sich mein Ehrgeiz die geplanten 15 km unter 90 min zu absolvieren. Das Spätnachmittag-Wetter ist perfekt für dieses Unterfangen und in meiner Eigenwahrnehmung absolviere ich ein „schönes“ und zügiges Trainingstempo. Ich fühle mich wie ein „echter“ Marathonsportler und Spitzen-Triathlon, der mit 3:30 pro km eine mäßig intensive Einheit durchzieht. Für den unbeteiligten Beobachter hingegen läuft ein älterer Läufer keuchend über seinem Tempo und es wird wohl eher Mitleid als Bewunderung aufblitzen. Mit solchen Kleinigkeiten kann sich aber ein ironman in spe nicht aufhalten und deshalb bleibe ich auch konsequent unter dem angepeilten Schnitt. Bei diesem Trainingstempo kommt bei mir jedoch das freie und unkontrollierte Nachdenken leider zu kurz; zu viel bin ich mit Wahrnehmungen im Zusammenhang mit dem Laufen beschäftigt. Irgendwann bei km 10 beschließe ich bei km 14 mit dem Auslaufen zu beginnen und trotzt eines langsamen Schlußkilometers komme ich zufrieden und erfreut mit einer Zeit unter 89 min nach Hause. Jetzt, kurz nach Mitternacht, schmerzen die Oberschenkel und ich schließe auf einen „guten“ Trainingsreiz. Die Schmerzen in den Knien hingegen bestätigen, dass die Entscheidung von Marathon auf ironman umzusatteln eine richtige war. Übrigens, die Hochzeitsgespräche mit einem Schriftsteller über die „Grammatik des Scheiterns“ – ein vielversprechender Buch-Arbeitstitel – lassen mich an die eigenen Erfahrungen der vergangenen Jahre denken. Ein etwaiger Zusammenhang mit dem ironman austria am 16. Juli 2005 existiert für mich nicht. Ich werde einfach finishen und in Celovec jubeln.

Thursday, October 20, 2005

Alleinabendmurlauf mit Sysiphos & Gewahrwerden der Herausforderung

Heute abend bei einem Alleinlauf entlang der Murabstrecke, zum Teil in völliger Finsternis, wird mir die Dimension der Herausforderung ironman gewahr. Plage mich heute doch ein wenig sehr bei 8 km in 56 min und muss daran denken wie viel mehr ich mich nach 12 oder 13 Stunden am 16. Juli 2006 mühen werde. Allerdings das Ziel wird dann nur mehr 2 -3 Stunden entfernt sein und dies wird mich beflügeln. Zumindest bildlich gesprochen. Für den unvoreingenommenen Beobachter könnte ich eher ein trauriger Anblick werden. Aber die letzten Stunden des ironman sind nicht die Herausforderung, in meinen Augen jedenfalls; die challenge ist das Durchziehen des Trainingsprogrammes. Ab Mitte Februar 2006 bekomme ich von meiner ironman-Mentorin ein Trainingskorsett verpaßt und da durch zu tauchen wird für mich die tägliche Bedrohung sein. Andererseits, die konsequente Abarbeitung von Programmen kann auch der Quell großer Befriedigung sein. Der Sysiphos von Camus ist der glücklichste Mensch, weil er beim Hinabrollen des Steines fröhlich lächelnd den Berg hinuntertrabt und die Götter dabei stillheimlich verhöhnt. Camus, der Philosph des Absurden, hat beim Schreiben seines Essays wahrscheinlich nicht an die ironmen & ironwomen des 21. Jahrhunderts gedacht. Ich aber denke an Ihn und seinen Sysiphos; der Bursche wird mir viel Freude bereiten zumindest beim immer wiederkehrenden Herunterrollen des Ruperti. Ob Sysiphos auch Endorphin-Ausschüttungen durchlebte ist nicht bekannt und Camus hält sich darüber bedeckt. Trotz meiner heute etwas tristen Gedanken strömen meine Endorphine jedenfalls verläßlich und das ist gut so

Abendmurlauf, Haifischbecken am Wörthersee & Hammermann

Nach einem PC-arbeitsreichen Nachtdienst mit wenig Schlaf wieder die Muraufrunde zu zweit und heute um eine Minute länger. Mein Lauffreund hat relativ starke Schmerzen in der Wade; dies hat aber keinen wesentlichen Einfluß auf unser Lauftempo – ca 12 km in 67 min. Heute reden wir übers bloggen und über den Input von comments. Sehe eine große Schlagzeile in einer Kärntner Tageszeitung am 15. Juli 2006 vor meinen Augen erscheinen. [„Morgen 2000 Haie im Klagenfurter Strandbad ausgesetzt“ Ausländische Touristen und auch Einheimische können aber beruhigt sein; die Wörthersee-Anti-Haifisch-Brigarde hat professionell vorgesorgt. Die Haie werden in den Lendkanal gelockt und dann über den Ruperti geschickt. Spätestens beim Hai-Laufen werden dann hochspezialiserte Hammermänner eingesetzt.] Ich weiß, das Lachen wird uns noch vergehen; zumal uns beide der Hammermann auch schon bei unseren Normal-Marathons immer wieder aufgelauert hat. Bei mir wartet der Bursche gnadenlos oft schon bei km 25 oder km 26. Wie auch immer, der heutige Abendmurlauf war zumindest für mich kurzweilig und einfach schön. Ich fühle mich frei, glücklich, zufrieden und zugleich müde und munter. Und der ironman austria lockt mehr denn je.

Tuesday, October 18, 2005

Nach dem Hyde-Park wieder entlang der Mur

Eine herbstliche Kongreßwoche in London mit einigen nicht-alkoholischen Pub-Besuchen ist zu Ende und mein Laufpensum mit insgesamt 19 km eher dürftig. Nach dem Regent-Park habe ich zwar zweimal den Hyde-Park entlang der Serpentine, ein leichtgeschwungener See in der Parkmitte, durchlaufen und dabei einige wenige Skater bei der Ausübung ihrer Kunst bewundert. Es ist einfach faszinierend und kurzweilig hektische Großstädte laufend zu besichtigen und ein wenig Abstand vom Alltag zu gewinnen. Apropos Alltag, dieser hat mich nun in Graz wieder voll eingefangen. Und hier gibt es wieder die guten alten Laufeinheiten an der Mur. Heute in der ungewohnten flußaufwärts Richtung mit einem langjährigen Lauffreund, der am gleichen Oktobertag im Herbst 2000 seinen persönlichen Marathonrekord aufgestellt hat. Er 2h58min und ich 3h31 und wir trauern diesen Zeiten – in doppelter Bedeutung des Wortes – nach, wohlwissend, dass es für uns beide nie mehr schneller werden kann als an jenem kühlen Oktober-Sonntag vor 5 Jahren. Mit ein Grund für die Suche nach neuen Herausforderungen – in Klagenfurt wäre eine abschließende Marathonzeit von 5 h schon eine herausragende Leistung und ein Ticket in den ironman-Himmel – zumindest für mich. Was wunder bei diesen Gesprächen, dass 12 km nahezu mühelos in 66 min heruntergespult werden. Fazit, die Mur hat mich wieder und wird mich offensichtlich nicht so schnell los.

Wednesday, October 12, 2005

Abendregenerationslauf im Regent Park

Nach einem Tage Halbmarathonpause bin ich gestern abend langsam regenerierend durch den Regent Park in London gelaufen. Das Laufen in fremden Städten ist erfrischend, nicht nur wegen des ständigen Wegsuchens und der unbegründeten Angst nicht mehr zurückzufinden. Mein Laufzeitfenster war kurz aber "es" hat Spaß gemacht. Einen 30 minütigen Lockerungslauf über 4 km als Ironman-Training zu bezeichnen ist wahrscheinlich verwegen. Das anschließende Abendessen schmeckte jedenfalls.

Tuesday, October 11, 2005

Der Pacemaker verliert seinen Luftballon aber nicht seinen Schritt

Es scheint als ob ganz Graz auf den Beinen ist und sich vor der Oper versammelt hat. Es ist Marathontag – Kulturmarathon sogar – was immer das heißen mag. Von meiner Wohnung sind es langsam einlaufend keine 10 Minuten bis zum Start und ich tauche in der Marathonstartmasse unter und verliere irgendwie meine Identität. Ich bin Teil der Läufermenge und verschwinde in der Masse. Aufeinmal sehe ich weiße Luftballons mit der Beschriftung 3:30, 3:45, 3:59 und mein Entschluß ist schnell gefaßt. Ich hänge mich einfach bei 3:59 an denke ich und dann kann ich mich immer noch entscheiden, ob ich schneller oder langsamer laufen will. Der Entschluß ist richtig und ich merke bald wie professionell der Pacemaker seinen Job absolviert – er verliert zwar bald seinen Luftballon aber inzwischen gehöre ich schon zur Gruppe und trabe hinterher. Bei den Labestationen bleibt er immer stehen, drinkt, und dann geht es weiter. Ich trinke ebenfalls und beginne auch gleich Bananen zu essen – für den ironman vielleicht ganz hilfreich. Irgendwann bei km 16 oder 17 wird es dann doch zäh, aber wenn ich bei einen Halbmarathon nicht locker ins Ziel komme, dann ...... Und so lasse ich bei km 20 bei der Labestation meinen Superpacemaker stehen und laufe über Herrengasse und Opernring immer schneller werdend ins Ziel. Natürlich fühle ich mich wie ein Sieger komme ich doch mit 1:59 ins Ziel. Dann bleibe ich zufrieden gleich hinter der Ziellinie stehen, bedanke mich bei meinem Pacemaker ihm auf der Gegenlaufbahn irgendetwas wie „danke -- echt professionell“ zurufend, und kiebitze „erste Reihe fußfrei“ wie die Großen ihren Marathon beenden. Und geniesse das Spektakel.

Sunday, October 09, 2005

Halbmarathon, Gefühl und Regeneration

Heute ist Marathontag in Graz und als Vorbereitung für meinen ironman austria habe ich mich entschlossen heute beim Halbmarathon zu starten. Kann mich nicht mehr erinnern wann ich meinen letzten Halbmarathon gelaufen bin – sicher schon 5 Jahre her. Der Grazmarathon war war ja einmal mein Hausmarathon – von 1997 bis 2000 habe ich regelmäßig teilgenommen und mich kontinuierlich verbessert. 3:45, 3:41, 3:36 und schließlich ….3:31 – und dann war die Luft draußen – ich wußte schneller geht es nicht mehr – und es ging überhaupt nichts mehr. Und von meinen 87 KG am Marathontag 2000 bin ich bis zum Frühjahr 2005 in bewährter Manier wieder auf 109 KG raufgeklettert. Very easy und dies ohne einen einzigen Tropfen Alkohol – habe einfach ein „gesundes“ österreichisches Eßverhalten. Übrigens, mein Kilogefühl war richtig und ich halte derzeit bei 104. Und nun zum heutigen Halbmarathon. In weniger als 2 Stunden ist der Start und ich bin immer noch müde. Ich frage mich wie ich mein Halbmarathon-Revival anlege – momentan habe ich überhaupt keinen Bock mich zu bewegen, geschweige den zu laufen. Aber sehr professionell habe ich in den letzten zwei Tagen zumindest regeneriert:-)

Friday, October 07, 2005

Lockerer 8 km Lauf mit Gesprächen über Villach

Heute ist ein lockerer Lauf über 8km angesagt – wir sind zu zweit – meine Laufpartnerin kommt auch aus dem geliebten Kärnten. Entlang einer „vollen“ und reißenden Mur spulen wir die 8km locker in 55min herunter. Unter wieder lange Gespräche – diesmal über mein „Herrenhaus“ in der Nähe von Villach. Bei dieser Gelegenheit oute ich mich auch als Villacher mit Herz und Seele – aber was solls in Villach gibt’s eben keinen ironman und so werden ich eben am 16. Juli 2006 früh frühmorgens von meinem Herrenhaus aufbrechen und ins Strandbad nach Celovec fahren um das Unternehmen ironman austria in Angriff nehmen. Trotz meines manchmal mulmigen Gefühles freue ich mich schon total. Und vielleicht habe ich auch schon das eine oder andere Kilo abgenommen – liege heute gefühlsmäßig bei 104 KG – da ich aber noch keine Waage habe weiss ich es nicht so genau. Soll ich mir nun eine Waage kaufen oder nicht? Oder einfach nur abnehmen.

Wednesday, October 05, 2005

Zwiegespräche entlang des Lech-Waldes

Nach einem Regenerationstag – so sagt man unter Ausdauersportlern – vielleicht war ich aber auch einfach nur faul – heute wieder im Laufeinsatz. Gemeinsam mit einem Freund aus alten Marathon-Trainingstagen laufen wir trödelnd den 1er-Schienen entlang nach Maria Trost. Es ist schon dunkel; ich bin over-dressed und schwitze recht ordentlich vor mich hin. Das Lauftempo ist angenehm und unsere Gespräche drehen sich um den Ironman in Celovec. Über die professionelle Webseite und das noch professionellere Anmeldesystem – das moderne Raubrittertum der IM-Veranstalter. Und über die Logistik hinter der Wettkampf-Taktik – oder simpler – „wie schaff ich’s nur ins Ziel zu kommen“ ohne vollkommen „einzugehen“. Und so vergeht der Trödellauf im Nu und macht viel Spaß, weil wir uns gegenseitig Aufmerksamkeit, die wichtigste aller Drogen, schenken. Also, Regenerationslauf von 10km in 70min für das Trainings-Logbuch.

Tuesday, October 04, 2005

Nässe, Trostlosigkeit und endlose Gespräche

Und wieder an der Mur. Es ist abends, es hat geregnet und die Nässe durchdringt die Nacht. Es ist eben einfach trostlos. Aber heute sind wir zu zweit; mein Bruder durchläuft gemeinsam mit mir die Nacht. Und wir reden über Gott und die Welt – ehrlich gesagt mehr über die Welt als über Gott. Und schon sind wir 12km in 90min gelaufen. Die Oberschenkel schmerzen ein wenig und erinnern mich, dass ich in den nächsten Monaten einiges vorhabe. And as usual der Kopf ist frei nach dem Laufen:-)

Sunday, October 02, 2005

Kurzer Murabendlauf mit Endorphinen

Auch heute wieder Regen den ganzen Nachmittag und, dann, im Abendgrauen noch ein wenig Zeit und auch Lust auf einen Lauf -- wollte ursprünglich nur regenerativ laufen -- dann war ich jedoch für meine Verhältnisse relativ rasch unterwegs ca. 5.5km in 31min -- spüre meine Oberschenkel, transpiriere, mein Herz wird wohl an die 150 mal pro Minute schlagen, derzeit trainiere ich ohne Frequenzmesser und ...... die Gedanken fliessen nicht. Aber ich bin glücklich und zufrieden -- wahrscheinlich wandern meine Endorphine schon nach 20min ins Blut und machen mich happy -- es geht mir einfach gut nach dem Laufen. Trotz allem, aus heutiger Sicht nicht vorstellbar wie ich den Ironman durchziehen werde -- aber von meinen Marathonerfahrungen weiss ich, dass es klappen wird. Dranbleiben beim Training und beim Wettkampf erst nach der Zielline aufhören. Ja, so einfach ist und wird es sein:-)

Sonniges Bike-Training in den Südwesten

Es ist ein wunderschöner und scheinbar windfreier Herbsttag -- einfach zu verlockend -- und gegen 14.00 bin ich dann los -- auf meiner Heimstrecke Richtung Süden -- ausgewählt ampelarm -- nach Wildon dann Richtung Hengstberg mit einem 1km langen Anstieg -- und dann hügelig weiter westwärts gegen Stainz -- genau bei KM 40 drehe ich um -- es ist einfach schön eingedenk der Winde die offensichtlich beim biken immer wehen -- und erfreulich wenig Verkehr -- die Temperatur nicht zu warm und nicht zu kalt -- und schon sind die 80km in weniger als 3h heruntergespult -- der Kopf ist frei und die Beine, die Oberschenkel vor allem, schmerzen -- aber ich fühle mich wohl -- vergessene Zeit ist erfüllte Zeit.

Saturday, October 01, 2005

Passiv-Sport & Fat-Food

Heute war Regeneration angesagt – jeden Tag Training ist ja auch nicht lustig. Dafür habe ich mir Passiv-Sport eingezogen. Eishockey -- die Grazer 99 gegen Black Wings Linz – ein bißchen der Agressivität des Eishockey kann ja auch beim Ironman nicht schaden – oder? -- damit sind aber nicht nur die angeblichen „swim-catches“ gemeint. Es macht sicherlich Spass den einen oder anderen Konkurrenten beim abschließenden Marathon niederzulaufen. Das Fat-Food in der VIP-Lounge war nicht Ironman-proofed, aber gut war es allemal.

Friday, September 30, 2005

Und am Beginn ein Lauf im Regen

Der Nachmittag ist müde und die Stimmung ebendort und es regnet. Soll ich nun laufen gehen oder nicht. Ich weiß ja wie schön das Laufen im Regen ist -- aber heute -- einfach wenig Lust. Dann starte ich doch. Entlang der Mur -- meine Hausstrecke -- und bald bin ich vollständig durchnäßt -- aber die Laune steigt und der Kopf wird frei -- und nach 11km weiß ich -- wieder ein kleines Puzzlestückchen für den IM in Celovec eingefügt.